Wormser Höhenweg

verwall_042Der frühe Morgen, es ist noch fast dunkel, verspricht einen schönen Tag – und es wird einer! Ein schöner, langer Tag liegt vor uns.

Der Wormser Höhenweg zählt zu den schönsten Höhenwegen in den Alpen. Wer sich von der Länge (ca. 20 km) nicht abschrecken lässt, wird mit einem Bergpfad in über 2000 m Höhe mit ständig wechselnden Landschaftsbildern belohnt, die Rätikon, Verwall, Silvretta und damit alle drei Gebirgsgruppen des Montafon umfassen.

Tour-Datum 2. Oktober 2015
Ausgangspunkt Wormser Hütte (2305 m)
Endpunkt Neue Heilbronner Hütte (2308 m)
Notunterkunft Roßberghütte (2200 m ), Selbstversorgerhütte
Schwierigkeit mittelschwere, sehr lange Hochgebirgstour auf schmalem Begpfad in über 2000 m
Zeitbedarf 8 – 10 Stunden
Distanz 20 km
Aufstieg 1000 m
Abstieg 1000 m
Verpflegung unterwegs keine
Bemerkungen Bergerfahrung, Trittsicherheit, Ausdauer und eine gute Kondition sind unerlässlich.
Proviant und Getränke in ausreichendem Maße mitnehmen.
Nur bei stabiler Wetterlage und an langen Tagen empfehlenswert.
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Wormser-Höhenweg

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Noch fast im Dunkeln gehen wir los – der Weg ist öde, eine breite Skipiste, das Gelände voll von Skiliftmasten und Beschneiungsanlagen. Nach knapp 15 Minuten stehen wir auf dem Kreuzjoch (2395 m) und sind überwältigt vom Panorama.

Mit deutlichem Höhenverlust gehen wir vom Joch über Wiesenhänge hinunter zum Grasjoch (1975 m). Unser Blick schweift zur nahen Zamangspitze und hinüber in das Rätikon. Begleitet werden wir auch hier von Wintersportanlagen, am Grasjoch werden neue Wasserleitungen für die Beschneiungsanlagen verlegt.

Bald haben wir Skiliftanlagen hinter uns gelassen. Die Kalkwände des Rätikon vor Augen geht es hoch zum Wormser Törl (2165 m). Doch wir können auf diesem Wegabschnitt das Panorama kaum geniessen: der schmale Pfad, der sich den steilen Grashang des Scheimersch hoch zieht, erfordert unsere gesamte Konzentration.

Nach dem Wormser Törl bleibt der Weg zunächst schmal. Dann wird es ein gemütliches Bummeln auf einem fast ebenen Panoramaweg. Die Gipfel der Silvretta rücken immer mehr in unser Blickfeld. Und dann geht es schon wieder zum nächsten Joch empor. Zwischen Geisterspitz und Roßberg zieht der Weg in vielen Kehrer hoch zum Roßbergjoch (2315 m).

Nördlich des Hauptkamms gehen wir in gut 15 Minuten zur nächsten Scharte Roßberg-Dürrkopf. Über diese geht es in das Kar zwischen Dürrkopf und Schärmsteeberg, dann um den Schärmsteeberg herum ins zweiteilige Netzakar. Und wieder geht es aufwärts: in Kehren auf den Rücken (2285 m). Der gemütliche Pfad führt uns hinab zu einer Hirtenhütte, überquert mehrere Bachläufe: wir schauen und genießen. Über Wiesenkehren gewinnt der Weg schnell wieder an Höhe und wir erreichen das Madererjöchle (Grat, 2251 m). Die Halbzeit ist geschafft, es geht uns gut.

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In der Ferne glänzen die Firnfelder der Silvretta. Mäßig steil geht es vom Joch hinunter. Wir bleiben auf dem weiter geradeaus hoch über dem Valschavieltal verlaufenden Weg. Endlos zieht der Bergpfad nahezu eben über Bergmatten und mit Sträuchern von Alpenrosen, Heidelbeeren und Heidekraut bewachsenen Hängen. Wir queren kleine Steinfelder und mehrere Bergbäche, bevor es wieder mäßig zu steigen beginnt. Danach verflacht sich der Weg wieder und führt entlang der Südhänge von Giamkopf, Schwarzer Wand und Fanesklakopf über die vom Blockwerk durchsetzten Bergmatten der Roßbergalpe. Hier wurde 2002 die Roßberghütte errichtet, eine Selbstversorgerhütte und Notunterkunft – heute ist sie verschlossen.

Am Ende des langen Valschavieltals geht es noch einmal bergauf: erst in das Kar unter der Schwarzen Wand und dann in großem Bogen über Fels- und Geröllstufen. Der Steilanstieg zum Valschavieljöchle (2439 m) erfordert von uns eine letzte Kraftanstrengung am Ende eines langen Tages. Oben auf dem Joch passieren wir die Landesgrenze Vorarlberg-Tirol.

In großer Einsamkeit und schon spät am Abend wandern wir bergab zum Valschavielsee, der in unberührter Natur eingebettet liegt. Es folgen mit Wollgras üppig ausgestattete Feuchtgebiete. Dann endlich wird nach einem langen Wandertag die Neue Heilbronner Hütte sichtbar, die wir schließlich auf breitem Weg entlang der Scheidseen erreichen. Wir sind glücklich, zufrieden.

 

Tag 3: Über den Friedrichshafener Weg zur Friedrichshafener Hütte

 

Dieter Moßbrucker

Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
Dieter Moßbrucker

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Über uns Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
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