Isbitna – 7-Torp-Leden

Isbitna – vom Eis gebissen
7-Torp-Leden – Wanderung auf den Spuren der Waldfinnen

Ende Februar 2020 haben wir uns einen Traum gegönnt: Isbitna – Schlittschuhlaufen auf Seen im schwedischen Värmland. Zwar gab es auch in Mittelschweden keinen richtigen Winter, aber ein paar schwedische Seen waren doch zugefroren. Und so konnten wir die unendliche Weite bei strahlendem Sonnenschein genießen.

Nach den Tagen auf dem schwedischen Eis haben wir dann die Gelegenheit zu einer kleinen Wanderung im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet genutzt und den 7-Torp-Leden gemacht, einen Wanderung zu den verlassenen Dörfern der Waldfinnen.

Dieser Bericht besteht aus zwei Teilen:

Isbitna – Schlittschuhlaufen auf schwedischen Seen

In Schweden heißt es, man wird “vom Eis gebissen” – “isbitna“.
Zitat von Minto-Tingvall: Schlittschuhwandern ist hier eine Art Lebensstil auf Eis, noch unberührt vom Massentourismus. Die Touren führen durch Seensysteme und nahezu unberührte Landschaften. Pause ist auf einer Insel mit Imbiss am knisternden Lagerfeuer mit Blick auf die wunderbare Umgebung.
Unser Anbieter, der uns wundervolle Tage auf dem schwedischen Eis geboten hat, war Minto-Tingvall – ein absolut empfehlenswertes Abenteuer.

7-Torp-Leden – auf den Spuren der Waldfinnen

Der 7-Torp-Leden (7-Dörfer-Weg) ist eine 8,1 Kilometer lange Wanderung in Värmland an der Grenze zwischen Schweden und Norwegen. Wie der Name schon sagt, führt der Weg an sieben alten Dörfern bzw. Bauerhöfe vorbei und folgt dabei den alten Pfaden, die seit Jahrhunderten von finnischen Siedlern gegangen wurden.

Über die schwedischen Waldfinnen

Im 16. Jahrhundert kolonisierten die Einwohner der finnischen Landschaft Savo mittels Brandrodung in kurzer Zeit große, bisher unbewohnte Waldgebiete im damals zu Schweden gehörenden Finnland. Nach dem Abbrennen kleinerer Waldstücke wurde eine speziell für diesen Zweck gezüchtete Sorte von Roggen (der so genannte svedjeråg) direkt in die warme, nährstoffreiche Asche ausgesät. Der Ertrag war im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft enorm, ließ jedoch schon nach wenigen Jahren stark nach, so dass neue Flächen abgebrannt werden mussten.
Diese Bewirtschaftungsform führte zu einer schnell wachsenden, sehr mobilen Bevölkerung. Als die ungenutzten Flächen zur Neige gingen, wanderten viele Einwohner in Richtung Westen aus. Bis zu 12.000 Finnen, hauptsächlich aus Savo und dem nördlichen Häme zogen nach Värmland, Dalarna, Hälsingland und ins südliche Lappland, teilweise auch gelockt durch Steuerbegünstigungen. Die neuen Siedlungsgebiete wurden als Finnmark („Finnenland“) oder Finnskog („Finnenwald“) bezeichnet.
Der Staat stand den Einwanderern zwiespältig gegenüber. Einerseits zahlten sie Steuern und verbesserten durch die Erschließung neuer Flächen die Nahrungsmittelversorgung im Land. Andererseits kamen sie durch das Abbrennen des Waldes zunehmend in Konflikt mit der schnell wachsenden Industrie, die große Mengen an Holzkohle benötigte. 1647 und 1664 wurden daher in Schweden erstmals Gesetze gegen das Brandroden erlassen. Obwohl diese Verbote nie vollständig durchgesetzt werden konnten, erschwerten sie die traditionelle Landwirtschaft, so dass viele Finnen sich andere Einkommensquellen suchen mussten. Viele arbeiteten in der Forstwirtschaft oder als Köhler für die neuen Eisenhütten. Die abgebrannten Böden, auf denen nach einigen Jahren kein Getreide mehr gedieh, konnten als Weiden weiter genutzt werden, so dass die Viehzucht einen immer größeren Stellenwert einnahm. Die Brandrodung verlor mehr und mehr an Bedeutung, bis sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts gänzlich aufhörte.
© Wikipedia

Auf unserer Wanderung passieren wir sieben dieser alten Höfe, überqueren dabei zweimal die Grenze zwischen Norwegen und Schweden, zwei Höfe befinden sich in Norwegen.

Die Tour führt uns durch Finnskogens Natur- und Kulturlandschaft, in der Nadelwälder von hellen Laubwäldern und Wiesen rund um die alten Höfe unterbrochen werden. Ritamäki ist der am besten erhaltene finnische Bauernhof mit einem kompletten Satz Häuser und alten Möbeln.

Tour-Datum 29. Februar 2020
Region See Lomsen, Värmland, schwedisch-norwegische Grenzgebiet
Ausgangspunkt Parkplatz am Lomsen
Anforderungen leichte Wanderung auf gut  markiertem, schmalem Waldpfad
Distanz 8,1 km
Gehzeit 3 – 4 Stunden
Höhenunterschied 200 m auf- und abwärts
GPX-Datei
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7-Torp-Leden

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Dieter Moßbrucker

Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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