Nordkalottleden-Kungsleden: Kattertat (N) – Vakkotavare (S)

Nordkalottleden-Kungsleden: von Katterat (N) nach Vakkotavare/Ritsem (S).

Nordkalottleden-Kungsleden

Nordkalottleden – 1993 wurde dieser 800 Kilometer lange Fernwanderweg eingeweiht, der die drei skandinavischen Länder Norwegen (380 km), Finnland (70 km) und Schweden (350 km) verbindet. Der Weg beginnt im Norden in Kautokeino (Norwegen), führt über den Treriksröset, das Dreiländereck Finnland-Norwegen-Schweden, und endet im Süden in Sulitjelma (Norwegen) beziehungsweise Kvikkjokk (Schweden). Immer wieder übertritt man dabei die Landesgrenzen. Bei der Planung wurden bestehende Wege zum Teil einbezogen: Teile des nördlichen Kungsleden und des Padjelantaleden, der norwegischen Nordlandsruta sowie des alten Grenzpfads von Troms.

Die Eckdaten der Trekkingtour

Die drei großen Fernwanderwege Nordkalottleden, Kungsleden und Padjelantaleden und die vielen kleineren Wege bieten viele Möglichkeiten für spannende Trekkingtouren im norwegischen-schwedischen Grenzgebiet. So ist es einfach, seinem eigenen Weg zu folgen.

Das war unser Weg im Sommer 2017: von Katterat, einer kleinen norwegischen Bahnstation der Ofotbahn kurz hinter der schwedisch-norwegischen Grenze, führte unser erster Abschnitt entlang des norwegischen Nordkalottleden bis zum Gautelisvatnet. Dort verließen wir den Nordkalottleden und wechselten ostwärts hinüber nach Schweden auf den nördlichen Kungsleden nach Singi. Diesen wanderten wir bis nach Vakkotavare am Akkajaure. Ein Bus brachte uns dann nach Ritsem, per Boot ging es über den Akkajaure zur Samensiedlung Änonjalme. Von dort wanderten wir den Padjelantaleden nach Staloluokta am Virihauare und weiter bis nach Kvikkjokk.

Hier stellen wir den ersten Teil unserer Wanderung vor: den Nordkalottleden-Kungsleden von Katterat bis Vakkotavare/Ritsem. Ein weiterer Bericht beschreibt die Fortsetzung: den Padjelantaleden von Ritsem über Staloluokta nach Kvikkjokk.

Tour-Datum August 2017
Region Lappland, norwegisches-schwedisches Grenzgebiet
Ausgangspunkt Katterat (N), Bahnstation an der Ofotbahn Kiruna – Narvik
Distanz ca. 130 km
Anforderungen Nordkalottleden
schwere Trekkingtour auf nicht immer sichtbaren und markierten Pfaden
einige große Steinblockfelder, einige große Watstellen
Kungsleden
mittelschwere Trekkingtour auf gut sichtbaren und markierten Wegen
keine Watstellen, viele Brücken, viele Bohlenwege
Hütten Nordkalottleden
die norwegischen Hütten sind verschlossen und nur mit DNT-Schlüssel zugänglich
Kungsleden
die schwedischen Hütten sind offen und haben einen Hüttenwart
Proviant Nordkalottleden
auf den norwegischen Hütten gibt es keinen Proviant
Kungsleden
die schwedischen Hütten Kaitumjaure, Teusajaure und Vakkotavare haben Proviantverkauf
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Die Karten für die Tour

Für die Strecke Katterat – Vakkotavare genügen zwei Karten aus der schwedischen Fjällkartan-Serie im Maßstab 1:100.000, die auch das norwegische Gebiet abdecken:

  • BD6 Abisko – Kebnekaise – Narvik
  • BD8 Kebnekaise – Saltoluokta

Die Karten können z.B. bei der Geobuchhandlung Kiel bestellt werden.

I. Nordkalottleden: von Katterat (N) nach Tjäkktjajakka (S)

Etappe 1: Von Katterat zur Hunddalshytta

Strecke: Katterat (373 m) – Hunddalshytta (700 m)
Distanz: 11 km

Gestern sind wir nach einer langen Anreise in der STF-Abisko-Turiststation angekommen: erst der Flug Zürich-Arlanda, dann der Nachtzug Arlanda-Narvik. Noch ist es ruhig hier – das wird in wenigen Tagen anderst sein, dann endet der Fjällraven-Classic an der Fjällstation, die Vorbereitungen dafür sind in vollem Gang. Heute haben wir viel Zeit, denn unser Zug in Richtung Narvik fährt leider erst sehr spät am Nachmittag. In Ruhe können wir so die Rucksäcke packen, die Waage zeigt nicht zu viel für die kommenden Tage. Ein letztes Mal für lange Zeit genießen wir das Mittagsmenu im Restaurant der Fjällstation. Dann kommt endlich der Zug. Je mehr wir uns Katterat annähern, um so schlechter wird das Wetter, in Katterat regnet es. Katterat, das ist nicht viel mehr als eine kleine Bahnstation ohne Straßenanschluß. Mit uns steigen zwei Angler aus, die bald im Regen verschwinden. Auch wir machen uns auf den Weg in das Sørdalen, der bis zum Staudamm vor der Hunddalshytta ein breiter Fahrweg ist. Eigentlich wollen wir den Fahrweg nur bis zu einer Watstelle über den Hunddalselva wandern und dann zur kleinen Schutzhütte Oallavagge abzweigen, dort zelten. Aber es regnet, der Nebel versperrt die Sicht, wir finden die Watstelle nicht – und so wandern wir den breiten Weg bis zur Hunddalshytta.

Etappe 2: Von der Hunddalshytta zur Oallavagge Nødbu und weiter in das Oallavagge (Zeltplatz)

Strecke: Hunddalshytta (700 m) – Oallavagge Nødbu (860 m) – Oallavagge (850 m)
Distanz: 11 km

Nach einer ruhigen Nacht und einem gemütlichen Kaffee brechen wir auf: das Ziel sind die norwegischen Čunojávrihyttene am gleichnamigen See. Schnell sind wir wieder am kleinen Staudamm und biegen ab in Richtung Oallavagge. Je weiter wir Richtung Pass kommen um so mühsamer wir der Weg. Weit auseinander sind die Wegmarkierungen, meist als eher kleine unmarkierte Steinmännchen. Dazwischen müssen wir unseren Weg auf Schneefeldern und in Steinfeldern suchen. Zu alledem nieselt es auch noch. Kurz vor der Oallavagge-Hütte müssen wir den Oallajohka überqueren. Was von weitem als einfache Watstelle aussah entpuppt sich als breiter, tiefer Fluss. Also: Wanderstiefel, aus, Gummischlappen an, Hose hoch, und ab in das kalte Wasser:

In der kleinen Oallavagge-Hütte können wir uns aufwärmen und einen warmen Tee trinken. Die Hütte ist als Nothütte gedacht, hat zwei Pritschen, einen Tisch und einen kleinen Ofen. Nach einer ausgiebeigen Pause wandern wir weiter, der Pfad ist jetzt deutlich angenehmer. Oberhalb des Sealggajávri finden wir einen guten Zeltplatz – die Čunojávrihyttene heben wir uns für morgen auf.

Etappe 3: Vom Oallavagge zur Cunojávrihytta

Strecke: Oallavagge (850 m) – Cunojávrihytta (710 m)
Distanz: 7,5 km

Die erste Nacht im Zelt: ungewohnt, kalt. So fällt das Frühstück knapp aus. Dafür ist der Blick nach Westen zum Storsteinsfjellet phantastisch. Und wir bekommen eine Ahnung, was uns erwarten wird: noch viel Schnee. Auch die Pfade werden recht nass, oft sogar richtig sumpfig sein. Das Wetter meint es heute gut mit uns, es ist trocken, ab und zu sogar mit blauen Himmelflecken zwischen den Wolken. Schnell kommen wir zum Abzweig in Richtung Schweden zur nahen Unna-Allakas-Hütte, auch die Cunojávrihytta sind schon zu sehen. Doch vorher müssen wir noch einen Fluss auf einer typischen norwegischen Holzhängebrücke überqueren. Dann sind es nur noch wenige Schritte durch eine nasse Wiese zur Hütte, die idyllisch am gleichnamigen See liegt. Kurz entschlossen verbringen wir hier einen gemütlichen Abend und eine ruhige Nacht.

Etappe 4: Von der Cunojávrihytta zur Cáihnavággihytta

Strecke: Cunojávrihytta (710 m) – Brücke über den Cunojohka (700 m) – Brücke über den Cáihnajohka (700 m) -Cáihnavággihytta (1.000 m)
Distanz: 13,5 km

Nach einer ruhigen Nacht in der gemütlichen Hütte starten wir zu unserer ersten langen Etappe: 13,5 km und gut 300 Höhenmeter sind es bis zur Cáihnavággihytta. Die erste Hälfte ist einfach: bis zum Cáihnajohka wandern wir über eine große, leicht sumpfige Grasebene. Eine nette Abwechslung ist da die Brücke über den Cunojohka: eine typische norwegische Hängebrücke, die arg baufällig steht. Doch mit der nötigen Vorsicht kommen wir gut über die Brücke.

Kurz hinter der Brücke sollte laut Karte ein Pfad abzweigen, der auf direktem Weg zu einer Watstelle am Cáihnajohka führt. Der Pfad ist nicht zu sehen, und da wir die Watstelle nicht kennen entscheiden wir uns für einen kleinen Umweg auf dem markierten Pfad zur Brücke über den Cáihnajohka. Diese Hängebrücke macht einen stabileren Eindruck – aber: die beiden Brückenteile, die von beiden Uferseiten in die Flußmitte ragen, lassen eine Lücke, und die Geländer geben keinen richtigen Halt. Mit den schweren Rucksäcken ist es nicht ganz einfach, mit einem großen Schritt diese Lücke zu überqueren, doch es gelingt.

Nun folgt der Aufstieg, zunächst arg mühsam durch hüfthohes Gestrüpp. Ein wunderschöner Regenbogen begleitet uns auf diesem Weg.

Dann haben wir den Aufstieg geschafft. Eine schöne Hochebene auf 1.000 m Höhe liegt vor uns, wir sehen einen kleinen See, in der Ferne die Cáihnavággihytta und ganz im Hintergrund den schneebedeckte Pass, über den wir morgen müssen.

Doch zunächst machen wir es uns in der kleinen Hütte gemütlich.

Etappe 5: Von der Cáihnavággihytta zur Gautelishytta

Strecke: Cáihnavággihytta (1.000 m) – Gautelishytta (1.000 m)
Distanz: 12 km

Der heutige Tag wird der schwierigste werden. Von einer früheren Trekkingtour auf dem Nordkalottleden wissen wir, dass uns ein Aufstieg durch und über ein gewaltiges Felsengeröllfeld erwartet. Doch es soll noch schlimmer kommen.

Schon kurz nach unserem Aufbruch und nur wenige hundert Meter hinter der Cáihnavággihytta weicht das niedrige Gras langsam dem Geröll und wir steigen vorbei am See 1004 langsam aufwärts. Eine kleine Watstelle am Ausfluss des Sees bereitet keine Probleme, auch ein erstes Schneefeld nicht.

Nun erwartet uns der steile Aufstieg durch das immer steiler werdende Blockfeld. Die Felsblöcke werden während des Aufstiegs immer größer und fordern uns ziemlich. Nach vielen kleinen und großen Schritten, nach vielem Balancieren von einem Felsblock zum nächsten, nach unedlich lang erscheinender Zeit stehen wir endlich oben auf dem Pass. Vor uns große Schneefelder und hinter uns eine grandiose Aussicht.

Der Weg erscheint nun einfacher, er quert jetzt mehrere Schneefelder aber auch weitere Geröllfelder. Und hier passiert was nicht passieren sollte: den großen Schritt von einem Felsblock herab mag mein Knie und der Meniskus nicht. Nach einigen Schreckminuten kann ich weiter, die Schmerzen sind glücklicherweise nicht arg groß. Zu Hause wird ein MRT einen leichten Meniskusschaden zeigen.

Bei unserem Abstieg ins Tal öffnet sich der Blick auf den großen Gautelisvatnet. Das Geröll wird langsam wieder von Gras überwachsen und die Landschaft lieblicher. In vielem Auf und Ab nähern wir uns langsam dem See. Von der letzten Anhöhe sehen wir dann die Gautelishytta idyllisch direkt am Seeufer liegen. Ein langer, anstrengender Wandertag findet in der Hütte ein glückliches Ende.

Den ganzen nächsten Tag ist es windig-nass-kalt. So machen wir einen Ruhetag in der Hütte. Tagsüber werden wir von einem kleinen Rudel Rentiere besucht.

Etappe 6: Von der Gautelishytta zum Gearbiljohka (Zeltplatz)

Strecke: Gautelishytta (1.000 m) – Vuolip Coarvejavri (920 m) – Grenze N-S (920 m) – Gearbiljohka (930 m)
Distanz: 12 km

Nach einem Regentag in der Gautelis-Hütte ist es wieder schön und so setzen wir unsere Wanderung fort. Ziel ist heute Schweden, ein Zeltplatz nahe einer Hängebrücke über den Gearbiljohka.

Zunächst müssen wir einen Kilometer den Hang hinter der Hütte hoch steigen. Immer wieder drehen wir uns um, um den Blick über den großen Gautelisvatnet zu genießen. Dann geht es gemütlich durch das lappländische Fjäll, einige harmlose Felsplatten müssen dabei passiert werden.

Nach vier Kilometer gelangen wir schließlich zu unserer letzten norwegischen Hängebrücke am Vuolip Coarvejavri. Auch diese Brücke ist klapprig ohne richtiges Geländer, unter der Brücke rauscht der Fluss, der vom Vuolip Coarvejavri zum Gautelisvatnet fließt.

Am Ostufer des Vuolip Coarvejavri entlang wandern wir weiter und erreichen schon bald die Grenze nach Schweden. Irgendwie scheint es uns ein wenig surreal, dass die riesigen, gelb angestrichenen Steinmännchen hier mitten im Nirgendwo eine Landesgrenze markieren.

Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Ziel. Schon von weitem können wir die massive schwedische Hängebrücke über den Gearbiljohka erkennen. Direkt am Ufer des Flusses finden wir dann auch einen schönen Zeltplatz. Bei schönem, aber windigen Wetter genießen wir die Einsamkeit und Ruhe Lapplands.

Etappe 7: Vom Gearbiljohka (Zeltplatz) zum Tjäktjajakka (Zeltplatz)

Strecke: Gearbiljohka (930 m) – Cuhcavággi (820 m) – Tjäktjajakka (790 m)
Distanz: 16 km

Heute wollen wir weiter nach Osten, Richtung Kungsleden, aber nicht bis dorthin, sondern an einem ruhigen Platz noch im Čuhčavággi zelten. Das Wetter ist ganz gut, so sind wir optimistisch – aber es wird anders kommen.

Zunächst wandern wir über eine weite große Hochebene, das Gefühl von Einsamkeit ist überwältigend. Nur ein paar wie von Riesenhand in die Landschaft hingeworfene Felsklötze lenken den Blick ab. So wandern wir bis zu einer Wegkreuzung: hier zweigt der Pfad zur schwedischen Hukejaue-Fjällstuga ab. Wir nehmen den Pfad in das Čuhčavággi.

Aus der Karte und von einer früheren Wanderung wissen wir, dass wir irgendwo den Čuhčajávri durchwaten müssen. Leider zeigen weder die Karte noch die spärlichen Wegmarkierung eine gute Watstelle. Nach langem suchen finden wir eine breite Stelle, wo der Fluss nicht allzu tief ist. Dennoch haben wir einige Mühe mit dem Waten. Und zu allem Überfluss fängt es auch noch an zu regnen.

So wandern wir reichlich missmutig durch das Tal, entlang vom Čuhčajávri und mehreren Seen. Alles ist sehr nass, der Pfad sehr sumpfig, immer wieder verliert sich der Weg im Sumpf. Wir kommen nur langsam vorwärts, suchen immer verzweifelter nach einem akzeptablen Zeltplatz. Aber die Wiesen sind zu nass, zu sumpfig.

Nach ewig lang erscheinendem Wandern geht es abwärts, wir stehen vor der großen Hängebrücke über den Tjäkktjajakka. Am anderen Ufer, ganz in der Nähe der Brücke, ein wenig versteckt am Fluss finden wir tatsächlich einen guten und vor allem trockenen Zeltplatz. Schnell bauen wir das Zelt auf, ziehen die nassen Kleider aus, wärmen uns im Schlafsack und mit einem heissen Tee. So findet dieser lange und mühsame Tag ein glückliches Ende.

II. Kungsleden: Tjäkktjajakka (S) – Vakkotavare (S)

Etappe 8: Vom Tjäktjajakka zur Singi Fjällstuga

Strecke: Tjäktjajakka (790 m) – Kuoperjåkka Windschutzhütte (800 m) – Singi Fjällstuga (710 m)
Distanz: 11 km

Trotz oder gerade wegen des gestrigen anstrengenden Tages ist die Nacht im Zelt gut und ruhig. Leider ist das Tjäktjavagge diesig trübe, es scheint wieder ein nasser Tag zu werden. Und so packen wir schnell das nasse Zelt zusammen und ziehen die Regensachen an.

Vom Tjäktjajakka zieht ein schmaler Pfad gut einen Kilometer und knapp 100 Höhenmeter hoch zum Kungsleden. Schlagartig ist es mit der Einsamkeit der letzten Tage vorbei: viele Wanderer sind auf dem Kungsleden in beide Richtungen unterwegs. Auch der Weg ist anders: breit, ausgelaufen, hervorragend markiert, überall liegen Bohlen, jeder noch so kleine Bachlauf ist überbrückt. Wir befinden uns auf der Hauptwanderroute Abisko-Kebnekaise, erst nach Singi Richtung Süden wird es wieder ruhiger und wildnissmäßiger werden.

Da es weiter regnet und kühl ist, nutzen wir den guten Weg, um möglichst schnell zur Singi-Hütte zu kommen. Wir passieren die Hängebrücke über den Kuopperjåkka, die Kuopperjåkka-Windschutzhütte, eine größere Holzbrücke über einen breiten Bach und sehen bald die Samen-Sommersiedlung Kårtejevuolle.

Oberhalb der Samensiedlung liegen die Singi-Hütten, ein beliebter und gut besuchter Stützpunkt des Kebnekaise-Singi-Sälka-Triangels. Wir finden in einer der Hütten einen schönen Platz für die Nacht und können so unsere Sachen trocknen.

Ganz wie es für Lappland typisch ist und wie wir es schon oft erlebt haben, klart der Himmel gegen Abend auf und sogar die Sonne lässt sich blicken.

Etappe 9: Von der Singi Fjällstuga zur Kaitumjaure Fjällstuga

Strecke: Singi Fjällstuga (710 m) – Kaitumjaure Fjällstuga (610 m)
Distanz: 12 km

So schnell kann es in Lappland gehen: heute morgen ist es wieder eher trübe und nass. Wir machen uns auf den Weg, der sich breit und ohne große Höhenunterschiede südwärts entlang des breiten Tjäktjajakkas anschmiegt. So kommen wir schnell vorwärts, und wie erwartet sind wir wieder alleine unterwegs.

Bald erreichen wir eine große Wiese. Hier steht eine Lappenkata, die wir schon bei unserer ersten Wanderung 1993 hier entdeckt hatten.

Lappenkata 1993.
Lappenkata 2027.

Hier, direkt am Ufer des Tjäktjajakkas gibt es wunderschöne Zeltplätze, hier wollten wir eigentlich zelten. Doch es ist immer noch nass und kalt. deshalb beschließen, weiter zu gehen bis zur Kaitumjaure-Hütte.

Zunächst zieht der Weg einen kleinen Hang hoch, dann geht es wieder abwärts zum Tjäktjajakka, den wir auf einer Hängebrücke überqueren. Im leichten Auf und Ab wandern wir noch ein gutes Stück weiter und kommen zum ersten Mal nach langer Zeit wieder in ein Krüppelbirkenwälchen. Schließlich stehen wir vor der Kaitumjaure Fjällstuga.

Am Abend kommt die Hüttenwirtin ganz aufgeregt und sagt, wir sollen nach draussen kommen, es gäbe was tolles zu sehen. Und tatsächlich: unten im Kaitumjauredelta steht ein großer Elch.

Etappe 10: Von der Kaitumjaure Fjällstuga bis zum Gáppejåhka (Zeltplatz)

Strecke: Kaitumjaure Fjällstuga (610 m) – Muorki (760 m) – Teusajaure Fjällstuga (500 m) – Teusajaure (500 m) – Gáppejåhka (790 m)
Distanz: 14 km + 1 km Rudern über den Teusajaure

Die offizielle Kungsleden-Etappe von der Kaitumjaure-Hütte zur Teusajaure-Hütte ist mit 9 km sehr kurz. So beschliessen wir, noch über den Teusajaure zu rudern und den anschließenden Anstieg bis zur Hängebrücke über den Gáppejåhka zu machen. Dort bei der Brücke, direkt am Ufer kann man gut zelten.

Doch zunächst geht es durch einen dichten Birkenwald zur Hängebrücke über den Kaitumjåkka. Der anschließende Aufstieg zur Muorki-Hochebene ist nicht wirklich anstrengend. Und so stehen wir bald an der Kante oberhalb des Teusajaure. Groß und schön liegt der See unter uns, am gegenüberliegenden Ufer können wir gut den späteren Aufstieg erkennen. Steil geht es nun einen sandig-rutschigen Pfad hinunter zum Teusajaure.

Direkt am Ufer liegt die Teusajaure Fjällstuga. Und wenn man Glück hat liegen auch zwei Ruderboote am Ufer. Wir haben Glück und müssen so nur einmal rudern. Das Rudern über den See ist nicht ganz einfach, vor allem bei Wind kann man leicht abgetrieben werden. Wer nicht rudern möchte kann sich auch vom Hüttenwirt mit dem Motorboot über den See fahren lassen.

Wir aber rudern – denn irgendwie gehört das für uns zum Kungsleden dazu.

Anschließend geht es wieder durch einen Birkenwald steil aufwärts. Aber irgendwann geht auch das zu Ende, der Birkenwald lichtet sich und wir erreichen das Kahlfjäll. Schön ist der Blick zurück über den Teusajaure.

Weiter wandern wir aufwärts, bis der markierte Weg plötzlich einen Knick macht und nach unten weist. Hier kann man eine oft heikle Watstelle am Gáppejåhka umgehen zu einer relativ neuen Hängebrücke. Der Umweg hat nur den Nachteil, dass man erst weit absteigen und dann alles wieder aufsteigen muss.

Da wir aber bei der Hängebrücke zelten wollen, nehmen wir den Umweg und Abstieg in Kauf. Und wirklich, bei der Brücke finden wir einen schönen Platz für die Nacht.

Etappe 11: Vom Gáppejåhka zur Vakkotavare Fjällstuga und weiter nach Ritsem

Strecke: Gáppejåhka (790 m) – Hochebene (930 m) – Vakkotavare (450 m) – Ritsem (500 m)
Distanz: 9,5 km + Bus nach Ritsem

Gut versteckt liegt unser Zelt am Ufer des Gáppejåhka, oberhalb der Hängebrücke. Nach einem warmen Morgenkaffee brechen wir zu unserer letzten Kungsleden-Etappe auf. Auf der Brücke queren wir den Gáppejåhka und steigen die paar Höhenmeter zum eigentlich Kungsledenpfad auf.

Der Kungsleden steigt noch eine ganze Weile weiter aufwärts, bis wir auf der Hochebene ankommen. Hier weitet sich plötzlich unser Blick nach Süden. In der Ferne winken die schneebedeckte Gipfel des Sarek. Grau ist der Himmel über den schwarz-weißen Bergen, darunter ein dunkles Grün des Kahlfjälls- ein phantastisches Bild.

Leider fängt es wieder an zu regnen und so wird der steile Abstieg hinab zum Suorvajaure eine rutschig-nasse Angelegenheit. Eine letzte große breite Holzbrücke müssen wir überqueren und vor uns erscheint die Vakkotavare Fjällstuga. Die Hütte lieget direkt an der Straße Gällivare-Ritsem und hat eine eigene Bushaltestelle. In der Hütte können wir uns aufwärmen, einen Tee trinken und so auf den Bus nach Ritsem warten.

In Ritsem wollen wir einen Ruhetag einlegen und dann auf dem Padjelantaleden weiter wandern bis nach Kvikkjokk. Das ist dann vielleicht später ein anderer Bericht.

Dieter Moßbrucker
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Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Ehemann, Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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