Lukmanierpass

4-Tage-Rundtour rechts und links vom Lukmanierpass

Der Lukmanier war bis vor 100 Jahren einer der wichtigsten Übergänge nach Oberitalien, heute steht er im Schatten der schnelleren Tunnelrouten durch Gotthard oder San Bernardino.
Als Ausgangspunkt für Wanderungen ist die Lukmanier-Passhöhe nach wie vor erstklassig. Der Passübergang markiert gleichzeitig die Grenze zwischen Graubünden und dem Tessin. Die Runde links und rechts vom Pass in Form einer langgestreckten Acht führt uns weit in die »Sonnenstube der Schweiz« hinein. In den idyllischen Bergseen spiegelt sich der ganze Zauber der Tessiner Alpen wider. Eine großartige Tour!

Die Eckdaten der Tour

Tour-Datum27. – 30. September 2019
RegionSchweiz, Lukmanierpass
AusgangspunktLukmanierpass
Anforderungenleichte bis mittelschwere Wanderung
DistanzenE1: Lukmanierpass – Capanna Cadlimo: 10 km
E2: Capanna Cadlimo – Hospezi S. Maria: 15,5 km
E3: Hospezi S. Maria – Capanna Bovarina: 8 km
E4: Capanna Bovarina – Acqucalda: 11,5 km
EinkehrHospezi S. Maria Lukmanierpass, Capanna Cadlimo, Capanna Cadagno, Capanna Bovarina, Capanna Dötra
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Lukmanierpass

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Etappe 1: Lukmanierpass – Capanna Cadlimo

Vom Parkplatz beim Hospiz am Lukmanierpass wandern wir entlang des Stausees Santa Maria zur südöstlichsten Ecke des Sees, an welcher der Reno di Medel einmündet. Den Fluss überqueren wir auf einem Steg. Direkt danach läuft ein gut markierter Steig über Felsbänder das rechte Flussufer hinauf. Auf stellenweise steilem Anstieg mit einigen kettengesicherten Passagen überwinden wir die Stufe und stehen schließlich an einem Steinmann hoch über dem Stausee am Eingang des Val Cadlimo. Dem Fluss entlang wandern wir nun durch das schroffe Hochtal, einige recht große Steinblockfelder fordern unsere höchste Konzentration. Am Stauwehr Presa alla Val Cadlimo passieren wir einen Linksabzweig zum Passo dell’Uomo und erreichen bald darauf den in eine Talmulde eingebetteten kleinen Bergsee Lago dell’lsra. Weiter steigen wir zu einem von Wollgras umwucherten namenlosen Minisee auf, bald zeigt sich links unten der runde Lago Scuro am Fuß des Piz Taneda. Der Aufstieg geht weiter, erst kurz vor dem Erreichen erblicken wir die schön gelegene Cadlimohütte.

Etappe 2: Capanna Cadlimo – Capanna Cadagno – Hospezi S. Maria

Nach einem schönen Abend und einer guten Nacht in der Capanna Cadlimo steigen wir in südlicher Richtung zu einem Steinmann links von einer Gumpe ab. Durch eine bizarre Schuttlandschaft aus Schieferplatten läuft der Pfad zwischen dem Piz Taneda und der Punta Negra am westlichen Ufer des Lago Scuro entlang. Sobald wir den See hinter uns gelassen haben, öffnet sich ein grandioses Panorama auf die Seenplatte unter uns. Nach steilem Abstieg erreichen wir zunächst den Lago di Taneda und einen weiteren kleineren See. Vorbei am Westufer des Lago di Tom erreichen wir die Alpe Tom, hinter der die Route links in nun östlicher Richtung auf einen Rücken ansteigt. Von diesem ergibt sich eine fulminante Aussicht auf den Lago Cadagno und die Ostspitze des Lago Ritóm. Wir steigen zu der kleinen Häusergruppe am Lago Cadagno. Ein breiter Almweg bringt uns zur Cadagnohütte, bei der wir eine längere Pause einlegen. Nun folgen wir dem Pfad, der am Fuß des Piz Corandoni über Segna zum Passo dell’Uomo ansteigt. So sanft, wie es auf den Pass hinaufgegangen ist, geht es auf der anderen Seite durch das Val Termine auf breitem, aber arg schottrigen Weg wieder hinab zum Stausee Santa Maria und zurück zum Hospiz am Lukmanierpass.

Etappe 3: Hospezi S. Maria – Capanna Bovarina

An den Wanderschildern neben dem Hospiz am Lukmanierpass orientieren wir uns in Richtung »Gana Negra/Capanna Bovarina«, queren die Passstraße und steigen auf einem anfangs undeutlichen, doch mit Pfosten markierten Wiesenpfad bergan. Das Hospiz am Lukmanier unter uns wird zunehmend kleiner. Der Weg knickt nach links und läuft zunächst in lang gezogenen Kehren, dann im Zickzack mäßig steil zum Passo di Gana Negra hinauf. Von der Passhöhe öffnet sich ein gewaltiges Panorama auf die Adulagruppe mit dem Rheinwaldhorn, am Fuß der Bergriesen können wir die Staumauer des Lago di Luzzone ausmachen. Wir steigen durch einen wie hingewürfelten bizarren Steingarten aus riesig großen schwarzen Blöcken ins Val di Campo zur Alpe di Bovarina ab. Rechts vom Gebäude der Alm queren wir die Zufahrt und schlagen in Schildrichtung »Lago Retico« einen unscheinbaren Wiesenpfad ein. Spärlich gesetzte Markierungsstangen bringen uns auf einen Wirtschaftsweg, dem wir über eine Betonbrücke folgen. Auf kurzem Wiesenweg steigen wir schließlich zur Capanna Bovarina hinab.

Etappe 4: Capanna Bovarina – Capanna Dötra – Lukmanierpass

Auch die Bovarinahütte beglückte uns mit einem guten Abend, einer guten Nacht und einem stärkendem Frühstück. So steigen wir von der Hütte mit guter Laune nach Pradasca ab, um dann nach Südosten zunächst sanft, am Schluss etwas steiler auf den nicht sehr hohen Passo Cantonil aufzusteigen. Von dort wandern wir nach Südwesten, durch Anvéuda hindurch, dann durch Wald und großartige Wiesen nach Dötra. Wir verlassen das Dorf leicht ansteigend durch Almwiesen und erreichen die Passhöhe Croce Portera . Der letzte Abstieg bringt uns auf einem Waldpfad hinab zur Südrampe des Lukmanierpasses und zum Centro pro Natura Lucomagno in Acquacalda. Von hier nehmen wir den Bus zurück zum Lukmanierpass.

Heimfahrt

Zurück fahren wir über den Oberalppass. Auf der Passhöhe machen wir, vorbei am Leuchtturm Rheinquelle, einem verkleinerten Nachbau des 14 Meter hohen Turms, der 70 Jahre lang in Hoek van Holland an der Rheinmündung stand, noch einen kurzen Spaziergang entlang des Lai da Tuma (Tomasee) und den Tunnels der Matterhorn-Gotthard-Bahn. Dann geht es zurück über Zürich in den herbstlichen Nebel am Bodensee. Zurück am See bleibt noch lange das gute Gefühl eines herrlichen Wochenende-Trips – einfach nur schön.

Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
Dieter Moßbrucker

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Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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