Via Albula – Alter Schyn

Historischer Schluchtweg – Alter Schyn – Herbstwanderung auf dem Höhenweg von Muldain nach Plan Funtauna.

Die Schynschlucht (auch Schinschlucht geschrieben) befindet sich im Schweizer Kanton Graubünden. Die ca. 9 km lange Schlucht zwischen Tiefencastel, Alvaschein und Sils im Domleschg wird vom Fluss Albula von Südost nach Nordwest durchflossen. Zur Schynschlucht gehört der Alte Schyn, ein historischer Weg hunderte Meter über der Albula. Der Alte Schyn ist heute ein gefahrloses Abenteuer, ein aussichtsreicher Höhenweg zwischen Muldain und Plan Funtauna. Der Weg ist gut zweieinhalb Meter breit, an besonders heiklen Stellen gibt es Geländer, ein Tunnel meistert eine Felswand.

Der Name der Schynschlucht stammt von einer rund 800 m hohen und über 20 m breiten praktisch senkrechten Felswand (Schyn oder Moir) auf der Nordseite der Schlucht. Durch die Wand verläuft rund 500 m über dem Talgrund der historische Verbindungsweg, der Alte Schyn, früher ein wichtiger Verbindungsweg für den Warenverkehr zwischen dem Albulatal und dem Domleschg.

Heute ist dieser Weg ein gut gesicherter Wanderweg zwischen dem kleinen Weiler Muldain-Vaz/Obervaz und dem Rastplatz Plan Funtauna. Er ist in den Felsen gehauen, relativ breit, mit Geländern gesichert, durch die Felswand verläuft ein rund 80 Meter langer Tunnel mit Beleuchtung. Auf der Wanderung bietet der Schynweg einen imposanten Tiefblick in die Schynschlucht. Nach wie vor besteht an einer Stelle Felsabbruchgefahr.

Durch die Schynschlucht verläuft, auf den gleichen Hangseiten wie die Albulastrasse, die Bahnverbindung der Rhätischen Bahn von Chur über Tiefencastel und durch den Albulatunnel ins Engadin. Die Bahn überquert unterhalb von Muldain die Albula auf dem Soliser Viadukt. Am Nordhang der Schynschlucht verlaufen die überregionalen Elektrizitätsübertragungsleitungen.

Tour-Datum 25. November 2020
Region Schweiz, Graubünden, Albula
Ausgangspunkt Muldain
Anforderungen leichte Wanderung
Distanz 4,5 km (einfacher Weg)
Gehzeit 1,5 – 2 Stunden (einfacher Weg)
Höhenunterschied 300 m abwärts, 100 m aufwärts (einfacher Weg)
GPX-Datei
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Alter Schyn

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Zu meiner Schyntour breche ich am letzten November-Mittwoch auf. Der Bodensee und das Rheintal liegen im kalten grauen Nebel, aber ab Chur scheint die wärmende Sonne von einem strahlend blauen Himmel. Beim Soliser Viadukt muß ein kurzer Fotostopp sein.

Dann geht es auf einer schmalen und steilen Straße hinauf nach Muldain (1.200 m). Am Ortsende lasse ich das Auto stehen und wandere auf dem breiten Schyn-Weg etwas absteigend zu der vorgeschobenen Kuppe Pleuna (1.166 m) mit Kapelle und Kreuz. Nun führt der Weg steiler abwärts, oberhalb von felsigen Abbrüchen mit schönen Ausblicken in das Albulatal. Nach diesem kurzem Höhenverlust wandere ich fast eben weiter über die steilen Hänge und durch die tief eingeschnittenen Bachschluchten. Dann folgt die steinschlaggefährdete Passage, ein Wegstück mit Felsdach, und kurz danach schon der beleuchtete Tunnel. Das letzte Wegstück bringt mich steil abwärts zur Lichtung Plan Funtauna (995 m) mit einem besonders schönen Rastplatz.

Nach kurzer Rast mache ich mich auf den Rückweg, nun die Sonne im Rücken, mit ganz neuen Ein- und Ausblicken. Nach knapp zwei Stunden bin ich wieder zurück in Muldain – nach einem schönen Wandertag in den Bergen fahre ich glücklich zurück an den nebligen Bodensee.

Dieter Moßbrucker
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Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

2 Kommentare

  1. Sehr interessanter und schöner Artikel.
    Meinst man kann den Weg auch mit einem Trekkingrad mit Satteltaschen in Richtung Thusis bestreiten oder zu schmal?
    Viele Grüße Magnus

    • Das geht sicherlich – als ich dort war kamen mir zwei Mountainbiker von unten, also von Thusis aus, entgegen. Der Weg ist breit genug, allerdings steinig, an machen Stellen geschottert, und auch teilweise sehr steil, also brauchst du gute Bremsen. Für den Tunnel würde ich eine Lampe empfehlen, auch wenn er beleuchtet ist. Und vermutlich musst du an der Stelle, wo die Felsen den Weg überragen, vom Rad absteigen – aber diese Stelle ist nicht lang.
      Liebe Grüße Dieter

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