Annapurna-Runde – Teil 2

Annapurna-Runde: Von Kathmandu über Jagat nach Braga

Annapurna-Runde

Der erste Abschnitt unserer Annapurna-Runde von Jagat über Chame, Dharapani und Pisang nach Braga ist eine gute Wanderung zum Eingewöhnen. Langsam aber stetig geht es höher, in Jagat starten wir bei 1.300 m, in Braga werden wir knapp 3.550 m erreicht haben. Ein stetiger Begleiter ist der Marshyangdi Ngadi, mal schäumt der Flus neben uns, mal tief unter uns. Obwohl die Jeep-Piste bis Braga und noch weiter verläuft, gibt es doch immer wieder Wege und Pfade abseits der Piste, oft auf der anderen Seite des Flusses, oft auch hoch oben. Und immer öfter wird unser Blick auf immer höhere, von Schnee bedeckte Berge frei.

Übersichtskarte unserer Annapurna-Runde

Annapurna-Runde
Legende: blau – Trekking | gelb – Bus | grün – Bus/Flugzeug

Etappe 1: Von Kathmandu über Besisahar nach Jagat

Datum 27. März 2018
Strecke Bhaktapur (1.340 m) – Kathmandu 1.400 m)  – Besisahar (780 m) – Jagat (1.300 m)
Distanz 220 km mit Bus und Jeep

Zunächst fahren wir mit einem Touristenbus – das ist ein Bus, den unsere Gruppe ganz alleine hat – nach Besisahar. Für die rund 180 km lange Strecke brauchen wir ca. 6 Stunden. Die Fahrt ist recht angenehm – wenn man davon absieht, dass der Busfahrer mit viel Gehupe bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit überholt.
In Besisahar steigen wir in Jeeps um. Nun bekommen wir einen ersten Eindruck der Jeep-Piste: eng, holprig, Schlagloch übersäht. Bis Jagat sind es “nur” 30 km, doch wir brauchen knapp 2 Stunden.
Die letzten drei Kilometer legt ein Teil der Gruppe zu Fuss zurück, um sich von dem Geholpere zu erholen.

Etappe 2: Von Jagat nach Dharapani

Datum 28. März 2018
Strecke Jagat (1.300 m) – Chyamche (1.380 m) – Tal (1.680 m) – Karte (1.860 m) – Dharapani (1.900 m) 
Distanz 15 km
Schwierigkeit leichte Wanderung auf Piste und Pfaden

Der heutige erste Wandertag ist geprägt durch den Marshyangdi Ngadi. Erst verläuft der Weg auf der Piste links des Flusses, dann auf einem schmalen Pfad rechtsseitig, vor Dharapani wieder linksseitig auf der Piste. Gewaltig sind die Schluchten, die wir sehen, und steil und mächtig die Felswände, an denen wir entlang laufen.
Heute ist auch der Tag der ersten Hängebrücke – aber es werden noch viele, viele kommen.
Die Ortschaft Tal liegt sehr schön im kurzzeitig breiteren Tal. Hier ist für uns Halbzeit der Etappe, und so machen wir im Garten einer schönen Lodge eine ruhige und erholsame Mittagspause.

Etappe 3: Von Dharapani nach Chame

Datum 29. März 2018
Strecke Dharapani (1.900 m) – Bagarchhamp (2.115 m)- Danakyu (2.190 m) – Timang (2.620 m) – Thanchok (2.630 m) – Koto (2.600 m) – Chame (2.670 m)
Distanz 15 km
Schwierigkeit leichte Wanderung

Heute, am zweiten Wandertag unserer Annapurna-Umrundung, wandern wir nach Westen, Richtung Manang. Am Vormittag führt unser Weg noch durch Rhododendronwälder. Immer wieder können wir die mächtigen Eiswände der Annapurna bewundern, auch der Manaslu ist am Ende eines Seitentals zu erspähen.
Insgesamt betrachtet ist die heutige Etappe eher gemütlich, der anstrengende Teil ist der Anstieg hinauf in das Örtchen Timang. Hier planen wir die Mittagspause ein, auch wegen des herrlichen Ausblicks.
Nach Timang erwarten uns dann keine großen Anstiege mehr. Wir können die Landschaft genießen, kommen immer wieder an kleinen Siedlungen vorbei. Erste Gebetsmühlen säumen den Wegesrand (immer im Uhrzeigersinn vorbei!). Die ganze Szenerie wird schließlich am Horizont durch die weißen Gipfel des Lamjung Himal vervollständigt.

Etappe 4: Von Chame nach Lower Pisang

Datum 30. März 2018
Strecke Chame (2.670 m) – Bhratang (2.860 m – Dhuker Pokhari (3.190 m) – Upper Pisang (3.300 m) – Lower Pisang (3.200 m)
Distanz 15 km
Schwierigkeit leichte Wanderung

Heute geht es von Chame aus einige Zeit durch tiefen Nadelwald. Kurz nach Bhratang ändert sich dann die Welt: spektakuläre Felsformationen gibt es zu bestaunen, die Landschaft wird zunehmend karger. Die beeindruckenden, majestätischen 7.000er zeigen sich nun immer öfter.
Und unser Blick wird frei auf den heiligen Berg Swargadwari, eine fast 5.000 m hohe glattgeschliffene Rampe. Für Buddhisten diente dieser Fels als Rampe zum Übergang ins nächste Leben.
Nach einem anstrengenden Anstieg – die Luft wird zunehmend dünner – erreichen wir Upper Pisang. Die Häuser sind kleiner, einfacher und aus Natursteinen gebaut. Manisteine, Gebetsmühlen und Chörten sind zu sehen. Und es eröffnet sich uns der erste Blick in das fantastische Manangtal.
Die Nacht verbringen wir in einer schönen Lodge in Lower Pisang.

Etappe 5: Von Lower Pisang nach Braga

Datum 31. März 2018
Strecke Lower Pisang (3.200m ) – Hängebrücke (3.290 m) – Ghyaru (3.670 m) – Ngawal (3.680 m) – Braga (3.470 m)
Distanz 17 km
Schwierigkeit leichte Wanderung

Die Jeep-Piste von Pisang nach Braga und Manang verläuft im Tal am südlichen Ufer des Marshyangdi-Flusses entlang. Wir aber wählen den längeren Weg über Ghyaru und Ngawal. Hierbei handel es sich um einen tollen Panoramaweg. Der steile und anstrengende Aufstieg nach Ghyaru kostet zwar einige Schweißtropfen. Doch die Ausblicke sind grandios: Pisang Peak und Annapurna II (mit 7.937 m der höchste 7000er in Nepal) beherrschen den Blick.
Die beiden Ortschaften Ghyaru und Ngawal sind noch sehr usrsprünglich, der Panoramaweg ist angenehm zu wandern.
Von Ngawal aus erreichen wir schnell und bequem die Ebene im Tal. Wir laufen auf dem breiten Pfad fast eben weiter, bald mündet unser Pfad in die Jeep-Piste. Wir laufen auf der Piste weiter und kommen so nach Braga.

Etappe 6: Zum Chongkar View Point

Datum 1. April 2018
Strecke Braga (3.470 m) – Chongkar View Point gegenüber dem Gangapurna-Gletscher (3.740 m) – Manang (3.540 m) – Braga (3.47 0m)
Distanz 6,5 km
Schwierigkeit mittelschwere Wanderung

Eigentlich steht heute ein Ruhetag auf dem Programm – aber wir wollen bei schönstem Wetter raus, was für die Höhenanpassung tun. So wandern wir ohne großes Gepäck kleinen See unterhalb des Gangapurna-Gletschers, und dann viele, viele Serpentinen hoch zum Chongkar View Point. Hier stehen wir gegenüber vom Gangapurna-Gletscher, fast meint man ihn berühren zu können. Auch die Sicht über die Manang-Ebene ist grandios.
Auf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher durch Manang. Im Ort gibt es sogar ein kleines Kino. Und auch die Braga-Gompa erfährt noch unseren Besuch.

Annapurna-Panorama mit Tilicho-Peak und Grand Barriere

Die Teile des Annapurna-Berichts

Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
Dieter Moßbrucker

Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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