Annapurna-Runde – Teil 5

Annapurna Runde: Von Muktinath nach Nayapul und weiter nach Kahtmandu

Der vierte Abschnitt unserer Annapurna-Runde besteht sozusagen aus vier Teilen: Zunächst fahren wir mit dem Bus die holprige Jeep-Route von Muktinath über Jomsom nach Tatopani – für die 70 km benötigt der Bus gut 6 Stunden! Dann folgt eine 4-tägige Trekking-Tour nach Ghoropani mit Aufstieg zum Poon Hill und dann weiter über Ghandruk nach Nayapul, dem Ende der Annapurna-Runde. Noch am vierten Tag folgt eine eher kürzere Busfahrt nach Pokhara. Nach einer Hotelübernachtung geht es dann mit dem Flugzeug zurück nach Kathmandu. Hier unternehmen wir anschließend eine kurze Besichtigungstour und am Abend ein großes Abschiedsessen. Der letzte Tag bringt uns dann nach Hause – ein einmalig schönes Erlebnis geht zu Ende, das noch lange nachwirken wird.

Übersichtskarte unserer Annapurna-Runde

Annapurna-Runde
Legende: blau – Trekking | gelb – Bus | grün – Bus/Flugzeug

Etappe 12: Von Muktinath mit dem Bus nach Bagar/Tatopani

Datum 8. April 2018
Strecke mit Bus: Muktinath (3.760 m) – Jomsom (2.740 m) – Marpha (2.670 m) – Bagar (1.370 m)
zu Fuss: Bagar (1.370 m) – Tatopani (1.255 m)
Distanz mit Bus: 70 km
zu Fuss: 4,5 km
Schwierigkeit lange und holprige Busfahrt
einfache Wanderung

70 Kilometer mit dem Bus – das hört sich nach einem ruhigen, bequemen Tag an. Doch die Fahrt auf der Piste ist alles andere als ruhig und bequem.
Zunächst muss der Bus betankt werden, auf nepalesisch: aus einem großen Fass wird das Benzin mit Mund angesaugt, dann mit einer von Hand betriebenen kleinen Punpe in den Bustank gepumpt.
Die Fahrt von Muktinath in das obere Kali-Gandaki-Tal nach Kagbeni geht steil hinab. Im steinigen Flusssbett, umgeben von schroffer Landschaft, geht es weiter. Das Kali-Gandaki-Tal ist das (angeblich) tiefste Tal der Welt zwischen den beiden Achttausendern Annapurna I auf der linken, östlichen Seite und Daulaghiri auf der anderen.
Bald erreichen wir das geschäftige Jomson, den Hauptort des Distrikts Mustang. Spätestens hier wird uns bewusst, dass uns die Zivilisation wieder hat: breite Straßen, Jeeps, eine Vielzahl von Geschäften, Internet-Cafes und nicht zu vergessen der betriebsame Flughafen.
Richtung Marpha wird auch die Landschaft wieder lieblicher. Wir sehen grüne Terrassen mit Buchweizen und blühenden Apfel- und Aprikosenbäumen. Marpha ist berühmt für seine Obstprodukte, vor allem für Äpfel in jeglicher Form.
Irgendwann haben wir genug von der holprigen Piste! Von Bagar aus nehmen wir die letzen 4 Kilometer unter die Füße. Linkseitig gibt es einen schönen Wanderweg nach Tatopani.
Einige von uns nehmen am Abend noch ein Bad in den heißen Quellen.

Etappe 13: Von Tatopani nach Sikha

Datum 9. April 2018
Strecke Tatopani (1.255 m) – Ghara (1.770 m) – Sikha (2.040 m)
 Distanz 8,5 km
Schwierigkeit leichte Wanderung über viele Steintreppenstufen

Der letzte Anstieg unserer Annapurna-Runde steht bevor: für die nächsten zwei Tage geht es nur bergauf.
Wir verabschieden uns vom Kali-Gandaki-Tal. Auf Piste und unzählige Treppensteinstufen nehmen wir die ersten 900 Höhenmeter in Angriff. Begleitet von Kakteen, Bananenstauden, Mandarinenbäumen, Bambusgehölz und ersten Rhododendronbäumen meistern wir die eher kurze, aber dennoch anstrengende Etappe. Dabei werden wir Zeuge des dörflichen Lebens: Ziegen grasen an den Hängen, Gerste und Buchweizen wird vor den Häusern getrocknet.

Etappe 14: Von Sikha nach Ghorepani

Datum 10. April 2018
Strecke Sikha (2.040 m) – Phalante (2.320 m) – Chitre (2.390 m) – Ghorepani (2.885 m)
Distanz 6,5 km
Schwierigkeit leichte Wanderung über viele Steintreppenstufen

Heute setzen wir unseren Aufstieg fort. Vereinzelte Rhododendronbäume verdichten sich im Laufe unseres Anstieges zu einem subtropischen Rhododendronwald. Die roten und pinkfarbenen Blüten leuchten aus dem dichten Dunkelgrün. Auf dem Weg liegen die sehr ursprünglichen Dörfer Phalante und Chitre, in denen kleinere Einkehrmöglichkeiten auf uns warten.
Nach gut 900 Höhenmeter haben wir das blaue Blechdorf Ghorepani erreicht. Der sehr touristische Ort spiegelt nur wenig von der ursprünglichen Atmosphäre wider. Das Ortsbild ist von großen, aus blauem Blech gefertigten Lodges und Souvenirläden geprägt. Bergblicke entschädigen jedoch für den etwas lieblosen, pragmatischen Baustil.
Die Hauptattraktion Ghorepanis ist sicherlich ein Ausflug auf den Poon Hill – auch wir wollen morgen noch vor Sonnenaufgang dort hinauf. Die Aussicht auf dem Berg verspricht ein atemberaubendes Panorama auf Dhaulagiri, Annapurna, Machhapuchhre und weitere mächtige Bergriesen. Und so ist Ghorepani Treffpunkt vieler Trekker, die eher kürzere Trekkingtouren im Einzugsgebiet von Pokhara unternehmen.

Etappe 15: Von Ghorepani auf den Poon Hill und weiter nach Ghandruk

Datum 11. April 2018
Strecke Ghorepani (2.885 m) – Poon Hill (3.193 m)
Ghorepani (2.885 m) – Deurali-Pass (3.220 m) – Tadapani (2.630 m) – Ghandruk (1.995 m)
Distanz Ghorepani – Poon Hill: knapp 3 km (hin und zurück)
Ghorepani – Ghandruk: 14 km
Schwierigkeit  

Noch im Dunkel, früh um 4:00 Uhr heisst es aufstehen, um rechtzeitig vor Sonnenaufgang auf dem Poon Hill zu stehen. Einsamkeit gibt es dort nicht, dafür Wolken und heute eigentlich auch keine Aussicht auf ein Panorama, zu viele Wolken bedecken den Himmel. Irgendwie ist die Stimmung dennoch mystisch – und dann kommt doch noch ein rot angestrahlter Berggipfel aus den Wolken. Die Mühe des frühen Aufstiegs hat sich gelohnt.
Der Weg über den Deurali-Pass wird dann zum Härtetest: Auf und Ab, oft steil, mit vielen, vielen Treppenstufen geht es immer tiefer in den Wald hinein. Zu allem Überfluss regnet es auch noch in Strömen. Erschöpft empfängt uns dann eine neue, saubere Lodge in Ghandruk, unsere letzte Lodge der Annapurna-Runde.

Etappe 16: Von Ghandruk nach Nayapul und weiter nach Pokhara

Datum 12. April 2018
Strecke Ghandruk (1.995 m) – Kimche (1.650 m) – Birethani (1.030 m) – Nayapul (1.050 m)
Distanz 12 km
Schwierigkeit Leichte Wanderung

Der letzte Tag unserer Trekkingtour steht bevor. Nach der Verabschiedung der Träger, verbunden mit einem großen und ehrlichen Danke, geht es fast nur noch bergab bis nach Nayapul. Dabei kommen wir an vielen kleinen Siedlungen vorbei. Erneut können wir das Leben der Einheimischen beobachten. Felder werden bestellt oder abgeerntet, Kinder spielen am Weg. Die Einkehrmöglichkeiten am Wegesrand häufen sich, die Gegend wirkt touristischer als an den letzten Tagen. Viele Trekker kommen uns entgegen, die ihre Tour in Nayapul starten.
Nayapul hat mit Gemütlichkeit nichts zu tun. Wir hören das Hupen der Lastwagen und Busse von der Hauptstraße oberhalb des Ortes. Die Ortschaft wirkt staubig und dreckig.
Von Nayapul fahren wir mit einem Bus nach Pokhara, erneut eine spannende Sache: enge, kurvenreiche Straße, Linksverkehr, Überholen trotz Gegenverkehr, ständiges Hupen.

Etappe 17: Von Pokhara nach Kathmandu

Datum 13. April 2018
Strecke Pokhara – Kathmandu
Distanz Flug: 30 Minuten

Eigentlich sieht der Plan vor, dass wir am Morgen von Pokhara losfliegen, um dann genügend Zeit noch zu haben für Kathmandu. Doch der Abflug verzögert sich und wir warten und warten … Dann landen zwei Militär-Hubschrauber, und wir sehen den Grund für die Warterei: ein hohes Mitglied der nepalesischen Regierung steigt aus. So starten wir erst gegen 12:00 Uhr.  Der Flug mit der kleinen Buddha-Air-Maschine ist leicht unruhig  – das Kathmandu-Tal ist bekannt für seine Winde.
In Kathmandu besuchen wir  Pashupatinath und Bodnath:
Pashupatinath ist eine der wichtigsten Tempelstätten des Hinduismus. Für viele Shivaiten gehört der Tempel zu den wichtigsten Verehrungsstätten Shivas. Der Tempelbezirk von Pashupatinath liegt an den Ufern des Bagmati-Flusses. Der Bagmati teilt die Anlage in zwei große Bereiche. Auf dem rechten Ufer des Bagmati liegen der Pashupatinath-Tempel und die Verbrennungsstätten. Dieser Ort hat für viele Gläubige als Platz für die „letzten Riten“ besondere Bedeutung: es gilt als erstrebenswert, seine Leiche hier verbrennen zu lassen.
Bekannt ist Bodnath wegen des großen weißen Stupa, der seit Jahrhunderten eines der bedeutendsten Ziele buddhistischer Pilger aus Nepal und den umliegenden Regionen des Himalaya ist. Mit einer Höhe von 36 Metern gehört der Stupa zu den größten seiner Art. Buddhisten finden sich vor allem im Morgengrauen und zur Abenddämmerung bei dem Bauwerk ein, um es im Uhrzeigersinn zu umrunden.
Am Abend gibt es auf einer Dachterrasse gegenüber der Stupa ein gemeinsames Abend- und Abschiedsessen.

Heimflug

Die letzte Nacht in Nepal schlafen wir bequem und gut. Früh am Morgen werden wir abgeholt und zum Flughafen von Kathmandu gebracht. Dann geht es auf den langen Heimflug via Muscat/Oman nach Zürich und zurück an den Bodensee. Wie zur Belohnung nach einer glücklichen Trekkingtour grüßt die Himalaya-Kette mit einem strahlend blauen Himmel zum Abschied.

Die Himalaya-Kette grüßt zum Abschied. Schön war’s!

Die Teile des Annapurna-Berichts

Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
Dieter Moßbrucker

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Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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