Aula de la Naturaleza – Tenerista – Cruz de Los Reyes

El Hierro: Rundwanderung durch den kanarischen Kiefernwald von der Aula de la Naturaleza zum dritthöchsten Vulkan Tenerista.

Ausgangspunkt der Wanderung ist das Haus Aula de la Naturaleza de El Pinar, das oberhalb von El Pinar auf 930 m idyllisch mitten im Wald liegt. Durch den grünen Kiefernwald, vorbei am einzigen offiziellen Campingplatz von El Hierro, führt die Wanderung hinauf zu einem herrlichen Aussichtspunkt mit grüner Bank. Der Weg führt dann am Tenerista (1.417 m), dem dritthöchsten Vulkan der Insel, vorbei und endet am Wegkreuz Cruz de Los Reyes (1.400 m). Auf breiten Wegen geht es durch den Kiefernwald wieder bergab, vorbei an der Quelle Pino Piloto und dem Lavatunnel Cueva El Mocán.

Tour-Datum 7. Januar 2024
Region Kanarische Inseln, El Hierro
Ausgangspunkt Aula de la Naturaleza, oberhalb von El Pinar
Anforderungen mittelschwere Wanderung auf Pisten und Pfaden
Distanz 11,3 km
Höhenunterschied 450 m auf- und abwärts
Gehzeit 4,5 – 5 Stunden
Einkehr —-
GPX-Datei

Unsere Wanderung beginnt mitten im Kiefernwald bei der Aula de la Naturaleza de El Pinar. Das große Haus drohte zu verfallen, bis die Inselregierung es von Grund auf renovierte. Seit 1966 steht es als Naturklassenzimmer „El Pinar“ verschiedenen Bildungsgruppen für ihre Umweltbildungsaktivitäten zur Verfügung.

Vom Haus aus gehen wir in den Wald hinein und erreichen auf einem schmalen Pfad schon nach kurzer Zeit Hoya del Morcillo (1021 m), den einzigen Campingplatz auf El Hierro. Der große Platz liegt mitten im Kiefernwald und verfügt über Stellplätze für Zelte und Wohnmobile zwischen den Bäumen. Über den Platz verteilt befinden sich mehrere überdachte Grill- und Feuerstellen, Sitzgruppen mit Tischen und Wasserstellen. In einer Hütte wird getrocknetes Holz gelagert. Neben einem Spielplatz gibt es einen Bolzplatz mit Toren.

Wir überqueren den Campingplatz und die Straße HI-400 und gelangen auf einen breiten Weg, vermutlich ein Brandschneisenweg. Es geht steil bergauf. Braune Sandpiste, grüne Kiefern am Wegesrand und blauer Himmel über uns – die Sonne brennt und lässt uns schwitzen.

Auf dem Hauptkamm angekommen, gehen wir ein kurzes Stück parallel zur Straße HI-45, um dann auf einer Anhöhe rechts durch eine kleine Schneise die Straße zu erreichen. Hier befindet sich eine grüne Bank direkt am Abgrund, von der aus wir eine großartige Aussicht auf das Tal von El Golfo haben. Zeit für eine lange Rast.

Nach der Rast an der Grünen Bank erreichen wir den Camino de La Virgen. Der breite Weg verläuft immer bequem entlang des Bergkammes und passiert alsbald den Vulkankegel des Tenerista. Dahinter taucht der höchste Berg der Insel auf, der Malpaso (1.510 m).

Bei der Raya del Cepón durchquert der mit Holzblöcken gesäumte Weg eine Senke. Kurz darauf erreichen wir das Cruz de Los Reyes. Hier steigen wir zur Pistenstraße ab, wo der Camino de la Virgen zum Malpaso abzweigt.

Cruz de Los Reyes – ein Ort der Verehrung für alle Herreños.

Auf einer Höhe von 1.400 Metern und praktisch auf halber Strecke des Camino de la Virgen versammeln sich hier alle vier Jahre am ersten Samstag im Juli Tausende von Menschen zur Prozession Bajada de la Virgen de Los Reyes. Zu Ehren der Schutzpatronin der Insel, der Jungfrau von Los Reyes, wird alle vier Jahre die Figur der Heiligen in einer langen Prozession über die Insel El Hierro getragen. Die Prozession beginnt in der Kapelle der Virgen de los Reyes de El Hierro in der Ermita de la Dehesa. Von dort wird die Figur der Jungfrau über viele Stationen bis zur Kirche Iglesia de la Concepcion in Valverde getragen.
Das Cruz de Los Reyes ist ein Ort von großer Bedeutung für die Herreños. Aber auch für Wanderer ist er von Bedeutung. Hier kreuzen sich zahlreiche Wanderwege, die über die Gipfel der Insel führen.

Nach einer kurzen Rast am Kreuz gehen wir ein kurzes Stück auf der HI-45 zurück und biegen dann auf einen bergab führenden Weg ab, der zur ausgeschilderten Fuente de la Cruz führt. Die Piste endet an einer großen Weggabelung mit einem gemauerten Brunnen. Hier steht eine seltsam geformte Kiefer, die Pino Piloto. Ein Feuer hat ihren Mittelteil verbrannt, so dass sie auf zwei schmalen Beinen zu stehen scheint.

Auf der Forstpiste geht es weiter bergab bis zu einer großen Lichtung mit mächtigen Kiefern. Hier steigen wir kurz zum Lavatunnel Cueva El Mocán ab, der sich 15 Meter unterhalb der Piste befindet. Wir befinden uns in einem herrlichen Wald – es ist eine ganz andere Welt – Kiefern, nur Kiefern, so weit das Auge reicht. Junge, alte, uralte, knorrige und abgestorbene Bäume, ein freundlicher, heller, lichtdurchfluteter Wald. Wie durch ein Wunder wachsen die Kanarischen Kiefern, die durch ihre Größe und Pracht beeindrucken, auf den kargen, aber mineralreichen Böden. Sie sind teilweise feuerresistent und überstehen Brände relativ gut. Mit ihren extrem langen Nadeln filtern sie viel Kondenswasser aus dem Passatnebel und können es an den Boden abgeben.

Schließlich überqueren wir die Straße HI-400 und erreichen wieder den Rastplatz Hoya del Morcillo. Zwischen Fußballfeld und Grillplatz passieren wir den Campingplatz, treffen wieder auf den Hinweg und gehen den gleichen Weg zurück zur Aula de la Naturaleza de El Pinar.

Glücklich und zufrieden geht ein schöner Wandertag zu Ende.

© wildnis-wandern.de
Dieter Moßbrucker
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Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Ehemann, Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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