Wandern mit der Rhätischen Bahn

Von Ospizio Bernina über Alp Grüm nach Cavaglia

von Ospizio Bernina über Alp Grüm nach Cavaglia

Haltestelle Ospizio Bernina

Die Rhätischen Bahn (RhB) ist eine schweizerische Eisenbahn, die überwiegend im Kanton Graubünden verkehrt, ein kleiner Teil auch in Italien. Sie verfügt über ein meterspuriges Schmalspurnetz mit einer Länge von 384 Kilometern, das in Disentis/Mustér an das ebenfalls meterspurige Netz der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) anschliesst. Ihr Wahrzeichen ist das Landwasserviadukt, das direkt in den Landwassertunnel führt.
Bekannteste RhB-Strecken sind die Albula-Bahnlinie und die Strecke über den Berninapass, die im Juli 2008 als eisenbahntechnisches Gesamtkunstwerk als dritte Bahnstrecke überhaupt in das UNESCO Welterbe aufgenommen wurde. Die roten Züge der Rhätischen Bahn fahren durch zahlreiche Schlaufen, durch Kehrtunnels und über unzählige Brücken. Ein Bahnerlebnis der Sonderklasse.

Die Via Albula/Bernina führt auf 130 atemberaubenden Wanderkilometern immer möglichst nahe entlang der Bahnlinie. An einem strahlend-schönen Herbsttag wandern wir eine Etappe: vom Ospizio Bernina über Alp Grüm nach Cavaglia.

 

Via Albula/Bernina

Linienplan der RhB

Linienplan der RhB

Der Startpunkt der Via Albula/Bernina befindet sich in Thusis. Durch die Schinschlucht geht’s hinauf nach Tiefencastel und nach Filisur, wo es unter anderem das berühmte Landwasser-Viadukt zu bestaunen gibt. Die Route führt durch’s Albulatal hinauf nach Bergün und nach Preda, wo die Bahnlinie im Albula-Tunnel verschwindet. Über die Fuorcla Crap Alp geht’s weiter ins Engadin. Der Abstieg führt durch’s malerische Val Bever hinunter nach Bever. Die Wanderroute führt danach dem Inn entlang nach Samedan und nach Celerina bis hinauf ins mondäne St. Moritz.

Vorbei am St. Moritzer- und am Stazersee geht’s weiter nach Pontresina, wo der Aufstieg zum Berninapass beginnt. Vorbei an der Station von Morteratsch geht’s hinauf bis zum Lago Bianco auf dem 2.307 m hohen Berninapass. Der Abstieg vom Berninapass erfolgt über die Alp Grüm nach Cavaglia. Von dort verläuft der Wanderweg via Poschiava hinunter zum Lago di Poschiavo und nach Brusio, wo das weltberühmte Kreisviadukt die Blicke auf sich zieht. Der letzte Abschnitt der Via Albula/Bernina führt zum Grenzort Campocologno und schliesslich hinunter ins italienische Tirano.

 

Tourdaten

Tour-Datum 25. September 2016
Region Schweiz, Graubünden, Bernina
Ausgangspunkt Ospizio Bernina, Bahnhof der Rhätischen Bahn
Endpunkt Cavaglia, Bahnhof der Rhätischen Bahn
Schwierigkeit leichte Wanderung
Zeitbedarf 3,5 – 4 Stunden
Distanz 9 km
Aufstieg 250 m
Abstieg 800 m
Strecke Ospizio Bernina (2.256 m) – Sassal Masone (2.355 m) – Alp Grüm (2.103 m) – Cavaglia (1.703 m)
Verpflegung Ospizio Bernina, Sassal Masone, Alp Grüm, Cavaglia
Bemerkungen für die Planung der Hin- und Rückfahrt ist der Fahrplan der RhB hilfreich
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Bernina

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Tourkarte

volle Distanz: 9.17 km
Maximale Höhe: 2354 m
Minimale Höhe: 1694 m

 

 

Tourbeschreibung

In Chur steigen wir in den Zug der RhB und genießen gut 2,5 Stunden Bahnfahrt. Der erste Zug bringt uns über die Albulalinie nach Samedan. Wir erleben Brücken, z.B. den weltberühmten Landwasserviadukt, Kehrtunnel und zum Schluss den langen Albulatunnel. Dann folgt eine kurze Zugfahrt im Engadin von Samedan nach Pontresina. Zuletzt die Fahrt hoch zum Berninapass: vorbei am Morteratschgletscher, an Lagalb und Diavolezza hoch zum Ospizio Bernina am Lago Bianco.

Nur noch ein kleiner Aufstieg steht dem grossen Abstieg von der hochalpinen Gletscherlandschaft in die alpine Zone entgegen. Ein Weg mit fantastischen Aussichten auf Berge und Gletscher sowie in den tiefen Einschnitt des Puschlav und ins Veltlin mit den dahinter stehenden Bergen in Italien. Unübersehbar windet sich die Bahn in vielen Kehren, um die Höhenunterschiede zu überwinden.

Entlang des mit der grünlich-weissen Gletschermilch gefüllten Lago Blanco schreiten wir auf der gut ausgebauten Hauptroute bis an die südliche Staumauer. Auf der gegenüberliegenden Seite erhebt sich der Piz Cambrena mit seinen Gletschern, die das grünlich-weisse Wasser für den See liefern. Nach einer leichten Steigung wird das Bergrestaurant Sassal Mason erreicht. Ein grandioser Blick offenbart sich auf das sich in Serpentinen den Berg hinaufziehende Bahntrassee mit einer maximalen Steigung von 70‰, was als Maximalsteigung für Adhäsionsbahnen gilt, auf die Alpe Palü mit dem gestauten Gletschersee, auf den sich in der Sonne spiegelnden Palügletscher sowie auf die gegenüberliegende, die Staatsgrenze bildende Bergkette. Tief im Hintergrund sind der Lago di Poschiavo und noch weiter die Veltliner Berge auszumachen.

Der Abstieg zur Alp Grüm folgt auf einem schmalen, steilen Bergwanderweg mit tollen Ausblicken auf den Palü-Gletscher. Die Alp Grüm ist eine hauptsächlich durch ihren Bahnhof bekannte Siedlung auf 2.100 m Höhe. Vom Bahnhof hat man, vor allem dank der südlich der Station tiefer liegenden 180°-Kurve, einen weiten Ausblick auf den Palü-Gletscher, Lago Palü und ins Puschlav. Ab hier schlängeln sich die Züge der RhB in engen, teilweise überdachten Kurven und Kehren sowie fünf Kehrtunnel mit einem Gefälle von bis zu 70 ‰ hinunter ins Puschlav (italienischsprachige Schweiz).

Von der an der Waldgrenze liegenden Alp Grüm aus kann Cavaglia auf mehreren Wegen erreicht werden. Wir wählen den die Hauptroute bildenden Weg, welcher der Bahnlinie am nächsten liegt. Mehrere Gleisüberschreitungen ermöglichen es uns, die Züge aus nächster Nähe zu betrachten. Im oberen Abschnitt durchstreifen wir einen mit Lärchen und im unteren Teil einen mit Fichten bestockten Wald. Cavaglia hatte seine Blütezeit zwischen dem Bau der Bahn und der Kraftwerke und der Automatisierung derselben. Zeitweise lebten hier so viele Familien, dass eine Schule eingerichtet werden musste. Ein Dorfladen und ein Restaurant befanden sich im Bahnhofgebäude. Heute sind die kraftwerkeigenen Wohnbauten mehrheitlich verkauft und dienen als Ferienwohnungen. Ein in einer Baracke eingerichtetes Bahnhofbuffet und ein in ein Rifugio umgebautes, altes Bauernhaus dienen der Verpflegung, Letzteres auch der Übernachtung der Wanderer.

Auf der Rückfahrt von Cavaglia nach Chur genießen wir noch einmal die kühne Bernina-Albula-Strecke und die Erinnerung an einen eindrucksvollen Wandertag.

 

Tourbilder

 

 

Tourvideos

Für alle Eisenbahnfans gibt es hier natürlich auch einige RhB-Videos von unserer Wanderung – bitte habt ein wenig Geduld mit den Ladezeiten :

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieter Moßbrucker

Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
Dieter Moßbrucker

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Über uns Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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