Lapporten – Lappenpforte

Von Abisko zum Lapporten, zur Lappenpforte, dem Tor nach Lappland

Unser Ziel – das Lapporten.

Lapporten, das Tor nach Lappland, ist das Wahrzeichen von Abisko und ein Sehnsuchtsziel für viele Lappland-Trekkerinnen und -Trekker. Für unsere 2019-Trekkingtour mit den Enkelkindern haben wir uns vorgenommen, von Abisko aus hoch zum Lapporten zu wandern, dort oben zu zelten, und dann durch das Lapporten weiter auf den Kungsleden und weiter den Kungsleden soweit wir eben kommen. Der kleinste, jüngste Enkel ist erst fünf, unser Vorhaben ist also ein wenig gewagt – aber mit super guter Laune sind wir es angegangen.

Und wir haben es (fast) geschafft: wir waren oben im Lapporten und haben dort gezeltet. Nur hat uns in der Nacht der Regen und Nebel eingeholt, die Sichtweite war bei Null, das Gelände nass und morastig, so dass wir nicht durch das Lapporten hindurch gewandert sind sondern wieder zurück nach Abisko und von dort aus dann den Kungsleden bis Vakkotavare. Dennoch: es hat sich gelohnt!

Die Eckdaten der Tour.

Tour-DatumAugust 2019
RegionLappland, Schweden
AusgangspunktAbisko Turiststation
Anforderungenmittelschwere Wanderung auf markiertem Pfad
Distanz12,2 km
Gehzeit4 – 5 Stunden
Höhenunterschied600 m
GPX-Datei
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Lapporten

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Der Bericht zur Tour.

Für den Weg von Abisko zum Lapporten gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: von der Turiststation den Paddus-Trail über das Samenlager nach Paddus oder von der Turiststation erst nach Abisko Östra und dann an Paddus vorbei hoch zum Lapporten. Nach einigen GPS-Planungen und Infos durch die Turiststation haben wir uns für den Paddus-Trail entschieden. Der Paddus-Trail ist bis Paddus ein durch eine gelbe Blume hervorragend markierter und gut sichtbarer Naturlehrpfad, an manchen Stellen liegen sogar Bohlen. Der Pfad ist leicht zu gehen, das Gelände leicht hügelig aber stetig bergauf führend.

Für den Weg von Abisko zum Lapporten gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: von der Turiststation den Paddus-Trail über das Samenlager nach Paddus oder von der Turiststation erst nach Abisko Östra und dann an Paddus vorbei hoch zum Lapporten. Nach einigen GPS-Planungen und Infos durch die Turiststation haben wir uns für den Paddus-Trail entschieden. Der Trail ist bis Paddus ein durch eine gelbe Blume hervorragend markierter und gut sichtbarer Naturlehrpfad, an manchen Stellen liegen sogar Bohlen. Der Pfad ist leicht zu gehen, das Gelände leicht hügelig aber stetig bergauf führend.

Der Naturlehrpfad führt zunächst durch einen Birkenwald. Schon nach kurzer Gehzeit erreichen wir ein rekonstruiertes Samenlager. Die Samen nutzten diese Lager, wenn sie den Rentierherden auf ihrer Wanderung folgten. Der STF rekonstruierte eine Kåta, Vorratshäuser und Arbeitsgerüste – für unsere Enkelkinder eine willkommene Gelegenheit für eine erste Pause.

Weiter geht es auf dem Paddus-Trail, der Birkenwald wird lichter und niedriger, schließlich gelangen wir in baumloses Gelände – und erblicken den Namensgeber des Trails: den Báddosdievvá (Paddustievva). Der grüne Hügel ragt ca. 20 m aus der Landschaft heraus und ist eine alte samische Opferstätte. Kurz unterhalb machen wir eine längere Pause und genießen die Aussicht über den Abisko Nationalpark hinweg zum Njulla und über den Torneträsk bis zu den schwedisch-norwegischen Grenzbergen, über uns blauer Himmel und Sonnenschein. Nur Wasser gibt es keines.

Wir beschließen, bei der nächsten Wassergelegenheit eine weitere Rast einzulegen – laut GPS-Karte soll es bald einige geben. Aber: der nächste Flusslauf in Richtung Lapporten ist so gut wie ausgetrocknet, das Wasser sieht moorig aus. Das Gelände wird hügeliger, hin und wieder müssen wir Wälle überwinden. Dann aber haben wir Glück und gelangen an einen kleinen Wasserlauf mit gutem Wasser. Ein guter Platz für eine weitere Rast – hinter uns das markante Lapporten, vor uns die Aussicht auf den Báddosdievvá, den Nationalpark und den Torneträsk.

Nach der Pause räumen wir unsere Sachen zusammen, verstauen sie wieder ordentlich in den Rucksäcken und werfen einen weiteren Blick auf unser Ziel: die beiden Berge, die das Lapporten einrahmen, sind in den Wolken, die Sonnenstrahlen erreichen das Lapporten nicht mehr. Der Himmel fängt an sich zuzuziehen. Abwarten, vielleicht bleibt es ja heute noch trocken.

Es dauert wein wenig, dann erreichen wir den nächsten Fluss, wo wir eine geeignete Watstelle finden müssen. Der Wasserstand ist nicht allzu hoch, so macht den Kindern das Waten riesigen Spass. Nach dem Fluss ist ein Pfad nicht mehr erkennbar, aber ab und zu finden wir kleine und auch große Steinmännchen. Moor und Fluss haben wir trockenen Fußes hinter uns gebracht und schon wartet eine große Geröllfläche auf uns. Wir steigen von Stein zu Stein und bringen auch dies hinter uns. Der letzte Wall, der vor langer Zeit durch den schmelzenden Gletscher entstanden ist, gilt zu überwinden, und endlich stehen wir am Anfang des Lapporten.

Mittlerweile sind die Wolken tief, wir stehen im Nebel, der Blick reicht von hier nicht weit durch das Tal hindurch, unterhalb von uns der See Cuonjájávri. Das Gelände sieht moorig aus, ein Pfad ist nicht zu erkennen. Die Suche nach einem guten Platz für unsere drei Zelte gestaltet sich schwierig – und dann fängt es auch noch heftig zu regenen an. Es wird eine lange und kalte Nacht in den Zelten.

Am Morgen ist es neblig, immer noch regnet es leicht. Die Zelte sind nass, der Boden ist nass, die Sicht ist trüb, ein Pfad nicht zu erkennen. So beschließen wir schweren Herzen: zurück nach Abisko. Für den Rückweg entscheiden wir uns für den direkteren, kürzeren nach Abisko Östra und dann den Schotterweg entlang der Bahnlinie zur Turiststation. Dort empfängt uns der Trubel des Fjällraven Classic – ein gewisser Schock nach der Einsamkeit und Ruhe am Lapporten.

Der nächste Tag ist vom Wetter her sehr schön, wir bleiben in Abisko und verbummeln den Tag. Und dann geht es auf den Kungsleden – mal sehen, wie weit wir kommen.

Die Bilder der Tour.

Panoramabild: Torneträsk vom Weg zum Lapporten aus.

Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
Dieter Moßbrucker

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Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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