Zur Schmugglerbucht Poris de Candelaria

La Palma: Von Tijarafe durch den Barranco del Jorado zur Schmugglerbucht Poris de Candelaria

Poris de Candelaria

Poris de Candelaria

Unterhalb von Tijarafe liegt direkt am Meer die Schmugglerbucht Proís de Candelaria (auch Poris de Candelaria genannt). Es gibt kaum einen gewaltigeren und eindrucksvolleren Platz an der Küste La Palmas als diese Felsenbucht. In den riesigen, etwa 50 Meter hohen Felsüberhang mit einem lang gestreckten Felskoloss in seiner Mitte sind knapp zwei Dutzend Höhlenhäuser hineingebaut.

Die Bucht diente den Einheimischen als Verbindung zum Meer und zum Handel mit anderen, schwer zugänglichen Gebieten auf der Insel La Palma. Später legten hier die palmerischen Fischer ihre Netze und Fallen aus und verkauften ihren Fang direkt in der Bucht. Heute genießen in der Proís vorwiegend Einheimische die Wochenenden im Sommer beim Baden und Fischen. Unerschrockene Wanderer wagen sich den steilen Weg hinunter, alle anderen fahren lieber mit dem PKW bis zum nahegelegenen Parkplatz die steile Serpentinenstraße hinab.

Tourdaten

volle Distanz: 8.21 km
Maximale Höhe: 532 m
Minimale Höhe: 18 m
Tour-Datum 4. Januar 2017
Region Kanarische Inseln, La Palma,  Westen der Insel
Ausgangspunkt Tijarafe
Endpunkt Tijarafe
Schwierigkeit mittelschwere Wanderung
Zeitbedarf 3 – 4 Stunden
Distanz 8,5 km
Aufstieg 600 m
Abstieg 600 m
Strecke Tijarafe (510 m) – Barranco del Jorado (200 m) – Proís de Candelaria (0 m) – Tijarafe (510 m)
Verpflegung Tijarafe
Bemerkungen
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Abstieg zur Schmugglerbucht

Zugegeben: es gibt schönere Wege hinab zur Schmugglerbucht. Der steile, aber breite Betonweg erlaubt aber einem von Knieproblemen Geplagten einen möglichen Abstieg. Immer geradeaus erreichen wir eine Bananenplantage, dann wird es leichter und der Weg verläuft in großen Serpentinen bergab.

Zur Erholung der Knie machen wir einen Abstecher in den Barranco del Jorado. Dort, am Ende des Weges, finden wir die rostige Überreste einer Seilbahn, die wohl einst hauptsächlich Material, aber auch Personen beförderte.

Zurück auf dem Betonweg geht es weiter die Serpentinen abwärts, bis wir einen Aussichtsplatz und schließlich einen kleinen Parkplatz erreichen. Von hier sind es nur noch wenige Schritte auf einem schön angelegten Pflasterweg bis zur Bucht.

 

Proís de Candelaria

Die traumhaft schöne Piratenbucht Proís de Candelaria (auch Poris de Candelaria genannt) in der Nähe von Tijarafe soll der Legende nach früher wirklich Piraten und Schmuggler beherbergt haben.

Poris de Candelaria

Der Text auf dem Schild beschreibt die Schmugglerbucht sehr schön:

Schon 1588 wird ein Hafen an der Küste von Tijarafe erwähnt, eine Küstenenklave, die es Schiffen ermöglichte be- und entladen zu werden. In Tijarafe, wie auf dem grössten Teil der Insel, gibt es bis zu 200 Meter hohe Klippen, die für solche Unternehmungen ungeeignet sind. Dennoch finden sich einige Buchten, die den Schiffern Schutz boten. Diese Buchten werden “Proíses” genannt, ein Wort, das warscheinlich aus dem Portugiesischen stammt und ‘das Binden des Bugs eines Schiffes“ bedeutet.

An der Küste von Tijarafe, dort, wo der Barranco von Candelaria auf das Meer trifft, gibt es den Proís de Candelaria, einen natürlichen Hafen. Es ist ein grosser offener Raum, mehr als 50 Meter hoch, mit ungefähr fünfzig Höhlen und Häusern. Da fand in früheren Zeiten der grösste Teil der kommerziellen Tätigkeiten statt. An diesem Ort gibt es auch eine kleine Bucht, wo die Boote aus dem Meer geholt werden, und eine etwas grössere Bucht mit Bademöglichkeit und Hafen.

Obwohl Tijarafe so nah am Meer liegt, ist es kein Fischerdorf. Die mündliche Überlieferung besagt, dass durch den Proís nicht nur die Statue der Jungfrau von Candelaria, die Schutzheilige von Tijarafe. ins Dorf kam, sondern auch verbotene Bücher und verschiedene legale und geschmuggelte Waren. Von dort legten Boote mit Weizen, Holzteer und auch heimlichen Emigranten ab. An diesem Ort, wo man fischen und Salz gewinnen konnte, gab es auch gutes Trinkwasser für die Bewohner und ihr Vieh, wenn die Wasserquellen im Dorf versiegten und die Zisternen ausgetrocknet waren. Wähernd des Sommers bauten viele in der Nähe des Brunnens und des erfrischenden Meeres Hütten in die felsigen Klippen, um Schutz für ihre Familien und Tiere zu haben. Sie versammelten sich dort, um sich von der Arbeit zu erholen und Feste zu feiern, wie die von San Juan, San Pedro und Santiago, und Reinigungsbäder zu nehmen.

Im Laufe der Zeit hat El Proís seine ökonomische Bedeutung verloren. Heute suchen die Ortsbevölkerung und Feriengäste diesen Ort auf, an dem die Zeit stillzustehen scheint und die Sonne im Atlantischen Ozean versinkt, um die Freizeit zu verbringen, das Meer zu geniessen und sich zu erholen.

 

 

 

Aufstieg nach Tijarafe

Lange genießen wir die einzigartige Atmosphäre in der Schmugglerbucht, schließlich steht uns nun ein steiler, knapp 600 Höhenmeter dauernder Aufstieg bevor. Auf der linken Talseite des Barranco del Pueblo führt ein schmaler Steig im Zickzack steil hinauf. Auf einem kleinen Sattel können wir eine kurze Pause machen und einen letzten Blick auf das Meer genießen. Dann geht es weiter bergauf, nur die kleinen Felsüberhänge spenden ein wenig Schatten.

Der mit Steinmännchen markierte Pfad bleibt anstrengend, ein längeres Stück führt über ein hartes Lavaband. Später geht es durch hohes Gras. Immer der Markierung folgend gewinnen wir mehr und mehr an Höhe.

Dann ist endlich der Anstieg beendet, geruhsam queren wir die letzten Meter den Hang bis zum Parkplatz.

 

 

 

Dieter Moßbrucker

Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
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