Grotta all’Onda

Toskana: zur Höhle Grotta all’Onda

grotta_all_onda Der Weg zur Grotta all’Onda ist eine wunderschöne Wanderung unter dem höchsten Berg der südlichen Marmoralpen, dem Monte Matanna durch alte terrassierte Felder und herrlichem Wald. Unterwegs erfrischt kühles Quellwasser in einem Steinbrunnen. Nur wenige Meter unterhalb der Höhle entstand 1910 der Startplatz für ein technisches Wunderwerk: eine Seilbahn, die von einem Gasballon angetrieben wurde, führte von hier auf den Monte Matanna.

Hinweis: Ein Teil der folgenden Schilderung entstammt der Seite www.urlaub-im-olivenhain.de.

Die Wanderung beginnt oberhalb von Casoli im Weiler Tre Scolli, wo die Straße für den Autoverkehr endet. Wir folgen dem Sträßlein in engen Kurven recht steil bergauf. In einer leichten Linkskurve zweigt unser Wanderweg 106 rechts ab. Diesem folgen wir, bis wir einen mit Betonplatten gedeckten Wassergraben erreichen. Hier wenden wir uns erneut nach rechts und folgem dem Äquadukt ungefähr für 3 Kilometer. Unser Blick schweift zu den Bergen und auf das Meer. Kastanienwälder wechseln sich mit bewirtschafteten Wiesen ab. Nach einer Stelle mit überhängenden Felsen, bei der wir auf einer Art Brücke neben dem Wassergraben gehen, biegen wir links in den Wald ab und folgen dem nun stark steigenden Weg. Wir passieren ein Steinbecken, in das klares und kühles Quellwasser fließt. Ab hier müssen wir noch ca. 500 Meter dem ansteigenden Pfad folgen, dann haben wir die Grotta all’ Onda erreicht.

Ein beeindruckend großer Felsen schiebt sich wie eine große Welle über den Wanderer. Aus der Unterseite des Überhangs stürzen kleine Wasserfälle in die Tiefe und speisen kleine Becken, in denen Felsen stehen, die von Moos und Farnen überwuchert sind. 20 m hinter dem ersten Platz vor dem Felsmassiv öffnet sich eine Höhle. Auf den ersten Blick erscheint sie klein, aber wer hineingeht, beginnt zu staunen: Die ungefähr 40 mal 60 Meter große Höhle bot schon in der Steinzeit den Menschen Unterschlupf. Die Ausgrabungen sind noch immer im Gange, wie man an abgedeckten Flächen und kleinen Zeichen an der Felsdecke erkennt. Aber auch heute ist sie manchmal bewohnt. Ein moderner Eremit fand hier für einige Jahre einen Platz der Ruhe, baute sich vor der Höhle sogar einen kleinen Ofen aus Lehm und Steinen.

Hinter dem Ofen geht der Weg weiter. Wir entfernen uns von der Felswand, steil, steinig und uneben geht es bergab, bis wir auf einen Bach treffen. Bald überqueren wir den Bach auf einer alten Staumauer und erreichen ein verlassenes Bauernhaus. Hier gibt es weitere Schleusen, mit denen das Wasser in verschiedene Äquadukte geleitet wurde.

Nur wenige Meter unterhalb des Bauernhauses war der Startpunkt des wohl phantastischsten Verkehrsmittel, das man sich vorstellen kann. Über die Felsformation der Grotta all’Onda hinweg führte 1910 eine Seilbahn, mit der Touristen auf den Gipfel des Alto Matanna gebracht wurden. Die Seilbahn war ein technisches Unikum: sie wurde von einem Gasballon mit Wasserstoff angetrieben. Die neue Art des Reisens erregte einiges Aufsehen, es wurde sogar eine Briefmarke und eine Gedenkmünze herausgegeben. Zu den Gästen des erstaunlichen Transportmittels gehörte auch der König von Belgien. Die verblüffende Konstruktion funktionierte, doch nach wenigen Monaten des Betriebs zerstörte ein Unwetter die Talstation der Seilbahn und den Ballon. Wenige hundert Meter unterhalb der Grotta findet man noch die wuchtigen Grundmauern des ehemaligen Hangars.

Weiter geht es immer tiefer in das Bachtal, bis wir auf einen asphaltierten Weg stoßen. Kurz darauf erreichen wir die Straße, die von Casoli nach Tre Scolli und damit zum Ausgangspunkt unserer Wandeung führt.

volle Distanz: 7.08 km
Maximale Höhe: 731 m
Minimale Höhe: 417 m

Tour-Datum 8. April 2015
Region Italien – Toskana – Apuanische Alpen
Ausgangspunkt Casoli – Tre Scolli
Endpunkt Casoli – Tre Scolli
Schwierigkeit mittelschwere Tageswanderung
Zeitbedarf 3 – 4 Stunden
Distanz 7,5 km
Aufstieg 550 m
Abstieg 550 m
Bemerkungen
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Grotta all Onda

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Dieter Moßbrucker

Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
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Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
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