Vom Roque de los Muchachos zum Pico de la Cruz

La Palma: Gratwanderung vom Roque de los Muchachos zum Pico de la Cruz

Pico de la Cruz

Calderakamm

Diese Gratwanderung vom Roque de los Muchachos zum Pico de la Cruz startet am höchsten Punkt (2.426 m) der Insel und verläuft an der Sternwarte vorbei auf dem nördlichen Grat der Caldera de Taburiente. Im ständigen Auf und Ab wandern wir durchgängig auf einer Höhe von über 2.000 Metern. Vom Kraterand haben wir dabei beeindruckende Blicke tief hinunter, zum Teil bis auf den Grund der Caldera. Ziel ist ein weiterer Zweitausender der Insel, der Pico de la Cruz (2.351 m).

Vorbei an den Felstürmen der Roque de los Muchachos unternehmen wir zusätzlich einen wunderbaren, allerdings schwindelerregenden Abstecher auf einem gut angelegten Weg zum Espinón de Roque (2.382 m). Der Aussichtspunkt liegt auf einer in die Caldera vorgeschobenen Felsnase.

 

volle Distanz: 5.87 km
Maximale Höhe: 2412 m
Minimale Höhe: 2251 m

Tour-Datum 28. Dezember 2016
Region Kanarische Inseln, La Palma, Zentrum der Insel
Ausgangspunkt Parkplatz am Roque de los Muchachos
Endpunkt Parkplatz am Roque de los Muchachos
Schwierigkeit mittelschwere Wanderung
Zeitbedarf 4 – 5 Stunden (hin und zurück)
Distanz 12 km (hin und zurück)
Aufstieg 550 m
Abstieg 550 m
Strecke Roque de los Muchachos (2.426 m) – Pico Fuente Nueva (2.366 m) – Pared de Roberto (2.320 m) – Degollada de Franceses (2.312 m) – Morro de la Cebolla (2.319 m) – Pico de la Cruz (2.351 m)  und zurück
Roque de los Muchachos (2.426 m) – Espinón de Roque (2.382 m) und zurück
Verpflegung
Bemerkungen Trittsicherheit notwendig
im Winter können auf dem Weg Schneereste liegen
auf dem Calderagrat bläst häufig ein eisigkalter Wind
bei Nebel ist die Wanderung nicht empfehlenswert
GPX-Datei
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Pico de la Cruz

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Roque de los Muchachos – Espinón de Roque

Der Roque de los Muchachos ist mit 2.426 m der höchste Gipfel auf La Palma. Der “Fels der Burschen” ist eine Ansammlung mehrere Vulkanschlote, die der Erosion standgehalten haben. Ähnlich wie Türme stehen sie oben auf dem Rand der Caldera de Taburiente. Sie können aus Naturschutzgründen nicht bestiegen werden. Die beste Aussicht in die Caldera bietet sich vom Espinón de Roque, eine in den Vulkankessel hineinragende Felsnase. Auf einem schmalen, schwindelerregenden aber gut angelegtem Weg ist der Aussichtspunkt in gut 10 Minutem vom Parkplatz am Roque de los Muchachos erreichbar. Auf der gegenüber liegenden Seite des Kraterrandes können wir auf einem der Gipfel unser heutiges Ziel erkennen: ein kleines Steinhäuschen auf dem Pico de la Cruz. Wegen der großen Besucherzahl ist dieser Abstecher eher am Abend, zum Abschluß der Pico-de-la-Cruz-Wanderung zu empfehlen.

 

Roque de los Muchachos – Pico Fuente Nueva

Der Wanderweg vom Roque de los Muchachos zum Pico de la Cruz ist durchgehend rot-weiß als GR-131 markiert. Wir befinden uns auf dem höchsten Gipfel der Insel, so kann es zunächst nur bergab gehen. Über einen von Blocklava übersäten Hang wandern wir auf einem Steig, dessen Untergrund hauptsächlich aus Lapilli besteht, aus erbsen- bis nussgroßen Pyroklasten. Zwischen den Lavasteinen wächst der Klebrige Drüsenginster, der kein Ginster ist, sondern ein klebriger Schmetterlingsblütler; der Endemit verbreitet sich in den höheren Lagen am Boden und schmückt den höchsten Berg von La Palma im Mai/Juni wie ein gelber Teppich. Nach dem Durchschreiten einer Senke haben wir nur noch wenige Höhenmeter hinauf bis zum Gipfel des Pico Fuente Nueva. Linker Hand steht eine große, geschlossene Kuppel: seit 1885 betreiben mehrere europäische Länder ein knappes Dutzend Observatorien auf dem höchsten Gipfel der Insel zur Beobachtung von Sternen und der Sonnenoberfläche.

 

Pared de Roberto – Degollada de Franceses

In leichtem Auf und Ab wandern wir auf dem guten Weg weiter durch die Vulkanlandschaft. Auffallend sind die zahlreichen Felsformationen aus Basalt, einem sehr harten Lavagestein. Weil durch die Erosion das umgebende weichere Gestein abgebröckelt ist, stehen die Basaltsäulen allein in der Landschaft. Sehr spektakulär ist auch eine ganze Basaltmauer, die etwas unterhalb des Pfades steht.

Die Legende vom Pared de Roberto
Der Legende nach soll sich einst an dieser Stelle ein Liebespärchen unter dem nächtlichen Sternenhimmel getroffen haben. Sie war eine schöne Ureinwohnerin aus Garafía und er stammte aus Barlovento. Die Liebe, die beide sich schworen, war so stark, dass selbst der Teufel neidisch wurde. Es wird erzählt, dass der Teufel diese Felswand in einer Nacht erschuf, um die Verliebten auseinanderzubringen. Dem mutigen Jüngling gelang es zwar, die Wand zu überwinden. Die Anstrengungen waren derart kraftraubend, dass er in den Krater Caldera de Taburiente fiel. Der Teufel wollte darauf das traurige Mädchen für sich gewinnen, aber sie verweigerte sich ihm und stürzte sich ebenfalls in die Tiefe, um sich mit ihrem Geliebten zu vereinigen. Das Werk des Teufels war umsonst und in seiner Wut schlug er den Basaltfels entzwei, der das tragische Ende dieser Liebesgeschichte heraufbeschworen hatte.

Dann erreichen wir eine senkrecht aus dem Fels ragende Basaltscheibe: die Pared de Roberto (Teufelwand oder Robertmauer). Die hohe und schmale Wand verdankt ihre Entstehung der Erosion, die einen vertikalen Gesteinsgang freigelegt hat. Die Tiefblicke sind spektakulär, fast aus der Vogelperspektive schauen wir hinab auf die Playa de Taburiente, jenseits schließt der Pico Bejenado das weite Rund.

Nun folgt ein schmales, leicht abschüssiges Wegstück. Riesige schwarze Basalt-Felsen türmen sich oberhalb des Weges auf, während der darunterliegende rötliche Lavasand einen farblichen Kontrast dazu abgibt. Hier ereichen wir an der Höhenstraße den Pass Degollada de Franceses mit einem geländergesicherten Aussichtsplatz. Hier genießen wir den grandiosen Blick in den Kraterkessel und auf der anderen Seite der Straße über die Nordküste bis hin zum Meer.

 

Pico de la Cruz

Nachdem wir der Straße einige Meter weiter in Richtung Süden gefolgt sind, finden wir den Wanderweg wieder und steigen nach rechts ein kurzes Stück bergab, um sofort den nächsten Anstieg zu erklimmen. Wir durchschreiten eine kleine Hochebene mit Drüsenginster und queren bald darauf eine Basaltwand. 30 Minuten später passiert wir den Moro de la Cebolla (Zwiebelmaul), eine markante Felskuppe. Nun beginnt der letzte kleine Aufstieg zum Pico de la Cruz. Das Gipfelkreuz ist in etwa zehn Minuten erreicht.

Zwar haben wir keine gute und klare Fernsicht, dennoch ist  der Ausblick überwältigend. Richtung Westen sehen wir über die Caldera de Taburiente hinaus bis an das Ende des Barranco de las Angustias. Die Observatorien beim Roque de los Muchachos sind in weite Ferne gerückt und nur als silberfarbende Punkte auszumachen.

 

 

Rückweg

Vom Pico de la Cruz wandern wir auf dem gleichen Weg zurück. Noch einmal begegnen uns all die Highlights dieser Tour; da wir den Weg nun in ungekehrter Richtung gehen allerdings aus anderer Perspektive.

 

 

Panoramabilder

 

 

 

 

Dieter Moßbrucker

Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
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