Produktbesprechung Garmin GPSMAP 64s

Garmin GPSMAP 64s – robustes Outdoor-Gerät mit GPS, GLONASS, zusätzlichem Sensor und drahtloser Konnektivität

Garmin GPSMAP 64s

Mit dem GPSMAP 64s unterhalb des Old Man of Coniston im Lake District

Über Jahrzehnte sind wir ganz konventionell gewandert: mit Papierkarte, auch in Lappland und Alaska. 2007 plante ich eine neue Trekkingtour: 24 Tage Zelttrekking im norwegisch-schwedischen Grenzgebiet, davon die ersten 15 Tage ohne Möglichkeit des Provianteinkaufs, und einige Pfade ohne Markierung. Also musste ein GPS-Gerär her, ein möglichst leichtes. Die Wahl fiel auf das Garmin eTrex Venture Cx. Über viele Jahre leistete es gute Dienste und tut es heute noch. Leider hatte es ein, zwei kleine Nachteile: der Empfang in Waldgebieten ist eher mässig, der Umgang mit vielen Karten umständlich. Nach langem Zögern entschied ich mich dann doch, ein neues Gerät zu kaufen, und nach langem Überlegen und Recherchieren fiel meine Entscheidung wiederauf eine Garmin-GPS: auf das Garmin GPSMAP 64s. Bereut habe ich die Wahl nicht, auch wenn es auch bei diesem Gerät ein paar Dinge zu bemängeln gibt.

 

Beschreibung des GPSMAP 64s

Beim Garmin GPSMap 64s handelt es sich um ein GPS-/GLONASS-Navigationshandgerät. Es verfügt über ein 2,6-Zoll-Farb-TFT-Display ohne Touchscreen-Funktion mit einer guten Auflösung. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung lassen sich Karte und Wegroute gut ablesen. Für einen perfekten Empfang ist das Gerät mit einer hochempfindlichen Quad-Helix-Antenne ausgestattet. Das GPSMAP 64s liegt sehr angenehm in der Hand und macht einen soliden Eindruck. Lediglich die kleine Stummelantenne stört ein wenig.

Garmin GPSMAP 64s
Garmin GPSMAP 64s

Zu den Highlights gehören Bluetooth-4.0- und ANT+-Kompatibilität, Live-Tracking, ein barometrischer Höhenmesser sowie ein 3-Achsen-Kompass. Dabei ist das GPSMAP 64s absolut wasser- und staubdicht, sodass es problemlos auch im härtesten Gelände eingesetzt werden kann. Ein kleiner Minuspunkt ist die kombinierte Gummi-Abdeckung für den USB-Anschluss und den Anschluss einer externen Antenne; hier kann durch das Lockern der Gummiabdeckung Feuchtigkeit in das Innere eindringen.Die Informationssuche gelingt auf Anhieb und auch die Bedienung ist einigermassen einfach. Vorteilhaft ist natürlich auch der 4 GB große Speicher.

Der GPS-/GLONASS-Empfänger erreicht in Verbindung mit der Quad-Helix-Stummelantenne einen perfekten Empfang. Auch bei schwierigen Geländesituationen, wie zum Beispiel in Tälern, Schluchten oder im Wald, ist der Empfang jederzeit vorhanden.

Interessant ist das Stromversorgungssystem: das Gerät kann mit zwei herkömmlichen AA-Batterien betrieben werden oder mit zwei NiMH-Akkus, die im Gerät aufladbar sind. Die Akkuleistung wird von Garmin mit 16 Stunden angegeben, nach meiner Erfahrung ist die Leistung für eine Tagestour aber gerade noch ausreichend.

Auf einer microSD-Speicherkarte (die nicht im Lieferumfag enthalten ist) lassen sich mehrere Karten installieren. Für die Garmin-GPS-Geräte gibt es im Internet kostenlose Karten zu fast allen Ländern, z.B. die Freizeitkarte oder die OSM-Karten von raumbezug.

 

Technische Daten

  • 2,6-Zoll-Farbdisplay (auch bei Sonneneinstrahlung sehr gut lesbar)
  • Hochempfindlicher GPS- und GLONASS-Empfänger mit Quad-Helix-Antenne
  • Drahtlose Konnektivität über Bluetooth®-Technologie oder ANT+®
  • Abmessungen: 6,1 x 16 x 3,6 cm
  • Gewicht: 260,1 g mit Batterien
  • Batterie:  2 AA-Batterien; NiMH-Akku oder Lithium-Batterien empfohlen
  • Anzeigetyp: Transflektiv, 65.000 Farben, TFT
  • Anzeigegröße: B x H 3,6 x 5,5 cm; Diagonale von 6,6 cm
  • Anzeigeauflösung: B x H  160 x 240 Pixel
  • Batterielaufzeit: 16 Stunden
  • Speicher/Protokoll: 4 GB
  • PC-Schnittstelle: mit Highspeed-USB und NMEA 0183 kompatibel
  • Speicherkarte: microSD™-Karte
  • Wegpunkte: 5.000
  • Routen: 200
  • Trackaufzeichnung: 10.000 Punkte, 200 gespeicherte Tracks
  • Sensoren: Barometrischer Höhenmesser, Kompass (3 Achsen, Neigungskorrektur)

 

Zubehör

Für das Garmin GPSMAP 62s gibt es reichlich Zubehör, das folgende habe ich mir zugelegt:

Garmin GPSMAP 64s

Temperatur-Funksensor

Garmin GPSMAP 64s

Rucksackhalterung

Garmin GPSMap 64s

Fahrradhalterung


Garmin Temperatur-Funksensor
Der Sensor überträgt über die ANT+-Technologie die Umgebungstemperatur drahtlos an das GPSMAP 64s. Er lässt sich leicht am Rucksack oder der Jacke befestigen. Dabei sollte der Sensor so angebracht werden, dass er nicht direkt vom Sonnenlicht beschienen wird oder durch die Körperwärme falsche Werte anzeigt. Leider ist die Batterielaufzeit der kleinen Knopfzelle recht kurz.
Garmin Rucksackhalterung
Die leichte Rucksackhalterung mit Klettverschluss ist aus Nylon und für Gurte mit einer Breite von bis zu 10 cm geeignet. Die Trageschlaufe verhindert, dass das GPS-Gerät verloren geht, wenn es von der Klettverschlussbefestigung genommen wird.
HR-Fahrradhalterung
Die Fahrradhalterung verbindet über die Garmin-Befestigung das GPS-Gerät mit dem Fahrrad. Die Schraubbefestigung mit Unterleggummis sorgt dabei für eine absolute Fixierung auf der Lenkstange.

 

Hilfsmittel zur Track- bzw. Routenplanung

Für die Track- bzw. Routenplanung im Vorfeld einer Tour gibt es sicherlich ganz verschiedene Methoden. Folgende Vorgehensweise hat sich bei mir bewährt:

  1.  Aus dem Internet besorge ich mir die für das entspr. Gebiet benötigten Karten. Für Touren in Europa haben sich dabei die kostenlosen Freizeitkarten bewährt, die genau und detailliert sind.
  2. Die Installation der Karten auf dem GPSMAP 64s erfolgt auf die SD-Speicherkarte.
  3. Nach der Installation auf dem Windows-10-PC sind die Karten unter den beiden Garmin-Programmen Mapsource und Basecamp benutzbar. Mit Mapsource plane ich dann am PC detailliert einen gpx-Track, der mit Basecamp in eine Route mit max. 250 Wegpunkten (mehr Wegpunkte akzeptiert GPSMAP 64s nicht) konvertiert wird. Für längere Touren über mehrere Tage erzeuge ich pro Tag einen Track bzw. eine Route.
  4. Um dem Track die noch fehlenden Höhendaten zuzuweisen benutze ich das kostenlose Programm GPS-Track-Analyse (wird leider nicht mehr unterstützt, ist aber z.B. bei heise.de noch erhältlich). Die SRTM-Höhendaten selbst sind im Internet zu finden, z.B. http://www.viewfinderpanoramas.org/Coverage map viewfinderpanoramas_org3.htm oder http://www.viewfinderpanoramas.org/Coverage map viewfinderpanoramas_org3.htm.
  5. Die Tracks oder Routen übertrage ich mit Mapsource auf das GPSMAP 64s.
  6. Für die Navigation auf der Wanderung benutze ich lieber Routen statt Tracks. Die Tracks kommen dann hier auf der Webseite zum Einsatz.

 

Garmin GPSMAP 64s

Freizeitkarte

Garmin GPSMAP 64s

Garmin Mapsource


Garmin GPSMAP 64s

Garmin Basecamp

Garmin GPSMAP 64s

GPS-Track-Analyse

 

Unser Urteil

Das Garmin GPSMAP 64s gefällt vor allem wegen der hohen Zuverlässigkeit. Dazu kommt ein GPS-/GLONASS-Empfänger, der in Kombination mit der Quad-Helix-Antenne auch unter schlechten Empfangsbedingungen für überzeugende Trackaufzeichnungen und sichere Navigation sorgt.In jedem Gelände kommt man so schnell von A nach B und kann jederzeit auf der Karte nachschauen, wo man ist. Von Nachteil sind die etwas kurzen Akku-/Batterielaufzeiten, die aber immer noch als ausreichend einzustufen sind.

Garmin GPSMAP 64s

349,00
Garmin GPSMAP 64s
8.5

GPS (Empfang/Genauigkeit)

10/10

    Kartendarstellung

    10/10

      Robustheit

      9/10

        Batterielaufzeit

        6/10

          Gewicht

          8/10

            positiv

            • Genaugkeit der Navigation
            • Anschlussmöglichkeit von zusätzlichen Sensoren
            • mehrere Karten gleichzeitig auf das Gerät ladbar
            • kostenlose Karten weltweit verfügbar
            • erstklassiger GPS-Empfang

            negativ

            • Batterielaufzeit
            • Bedienung
            • nur max. 250 Punkte pro Route
            • Abdeckung von USB- und Antennenbuchse

             

             

             

            Dieter Moßbrucker

            Dieter Moßbrucker

            Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.
            Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.
            Dieter Moßbrucker

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            Über uns Dieter Moßbrucker

            Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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