Annapurna-Runde und Tilicho-Lake – 22tägiges Trekking-Abenteuer in Nepal an Ostern 2018

An Ostern 2018 konnten wir uns einen großen Traum erfüllen: wir wanderten die Annapurna-Runde in Nepal.
Die Annapurna, mit 8.091 m der zehnthöchste Berg der Erde, ist der einzige 8000er des gleichnamigen Massivs, bei dem weitere etwa 40 Gipfel eine Höhe von über 7.000 Metern aufweisen. Nur 30 Kilometer entfernt liegt der siebthöchste Achttausender Dhaulagiri (8.167 m) und zwischen diesen beiden Eisriesen das Kali-Gandaki-Tal, die tiefste Schlucht der Erde. Durch dieses Tal wird das Annapurna-Massiv auf der Westseite begrenzt. Auf der Ostseite der Annapurna stellt das Marsyangdi-Tal die natürliche Grenze dar. Beide Täler sind durch den Pass Thorong La (5.416 m) miteinander verbunden. Die Trekkingtour durch diese beiden Täler und um die Annapurna hinterlässt eine große und unvergessliche Erinnerung.
Inhalt
Unsere Wanderung zeigte uns die gewaltigen Dimensionen des Himalaya. Sie führte uns durch alle Klimazonen Nepals, während wir das gewaltige Massiv der 8.091 m hohen Annapurna umrundeten. Der Charakter der Landschaft veränderte sich dabei ebenso wie die ständig wechselnden Blickwinkel auf die Schönheiten der Hochgebirgsnatur. Subtropische Täler, dichte moosbehangene Wälder, karge Wüstenlandschaften und die grünen Schluchten der tief eingeschnittenen Flüsse Kali Gandaki und Marsyangdi beeindruckten uns ebenso wie die gigantischen 8000er Dhaulagiri, Manaslu und Annapurna. Mittendrin in dieser Szenerie standen friedlich grasende Bergziegen, zottelige Yaks und wilde Pferde – ein imposantes Naturidyll, das seinesgleichen sucht!
Verlauf unserer Annapurna-Runde
Vor etwa 15 Jahren bestand die Annapurna-Umrundung aus einem schmalen Fußweg, der sich einmal um das gesamte Massiv schlängelte. Seit einigen Jahren wird der Straßenbau (eher ruppige Jeep-Pisten) im Annapurna-Gebiet, wie auch in vielen anderen Teilen Nepals, stark vorangetrieben. Auf beiden Seiten des Thorong La wurde und wird fleißig an den Pisten gearbeitet: heute kann man in einem wackligen Bus oder per Jeep nach Jomsom und weiter bis nach Muktinath fahren, im Marsyangdi-Tal von Besisahar bis nach Manang.
Pistenwandern wollten wir nicht. So haben wir den 70 km langen Abschnitt von Muktinath bis Tatopani mit dem Bus zurückgelegt. Statt dessen unternahmen wir einen Abstecher zum Tilicho Lake, mit 4.919 m der höchstgelegene See Nepals. Unsere Annapurna-Runde sah dann schließlich so aus:
- Flug von Zürich über Oman nach Kathmandu
- ein Tag Besichtigungstour in Bhaktapur, einer alten Königsstadt östlich von Kathmandu
- ein Tag Fahrt mit Bus nach Besisahar und dann mit Jeep über Piste bis Jagat
- 4 Tage Trekking meist auf Pfaden neben der Piste bis Braga
- ein Ruhetag in Braga: Kurzwanderung zum Chongkar View Point gegenüber vom Gangapurna-Gletscher
- 4 Tage Trekking auf schmalen Pfaden zum Tilicho Lake und zurück nach Yak Kharka
- 2 Tage Trekking auf schmalem Pfad über den Thorong La nach Muktinath
- ein Tag holprige Pisten-Fahrt mit Bus nach Bagar und Kurzwanderung auf Pfad nach Tatopani
- 4 Tage Trekking auf schmalen Pfaden über Ghoropani/Poon Hill und Ghandruk nach Nayapul; am letzten Tag Fahrt mit Bus nach Pokhara
- ein Tag Flug nach Kathmandu und Sightseeing
- Heimflug von Kathmandu über Oman nach Zürich
Karte unserer Annapurna-Runde
Tourdaten für unsere Annapurna-Runde
Tour-Datum | 24. März – 14. April 2018 |
Region | Annapurna-Region, Nepal |
Ausgangspunkt | Jagat |
Endpunkt | Nayapul |
Schwierigkeit | leichte bis mittelschwere Trekkingtour |
Zeitbedarf | 16 Wandertage |
Wanderdistanz | 180 km |
GPX-Datei |
Wissenswertes zur Annapurna-Runde
Individuell oder organisiert? Guide? Träger?
Die Annapurna-Runde ist mittlerweile so gut ausgebaut, dass man problemlos alleine, ohne Guide und ohne Träger wandern kann. Wir hatten uns jedoch für eine organisierte Tour mit Guzide und Träger in einer kleinen Gruppe entschieden. So waren Essen und Unterkunft schon gebucht und der selbst zu tragende Rucksack enthielt nur das Notwendigste.
Schwierigkeit der Wege
Technisch sind die meisten Wegabschnitte unschwierig. Nur der Abschnitt von Khangsar zum Tilicho-Basecamp erfordert einige Aufmerksamkeit: hier muss auf einem schmalen, rutschigen Pfad ein abschüssiger erdrutsch- und steinschlaggefährdeter Hang gequert werden. Auch die Überschreitung des 5.416 m hohen Thorong La darf nicht unterschätzt werden, hier können Neuschnee, harsche Altschneefelder oder Eisplatten höchste Konzentration notwendig machen. Und natürlich muss die Höhe beachtet werden: ein langsames Steigen mit einem Ruhetag z.B. in Manang ist sinnvoll.









Unterkunft
Entlang der Annapurna Runde gibt es sehr gute Versorgungsmöglichkeiten. Auf dem Weg liegen zahlreiche kleine Ortschaften mit unzähligen Lodges und Restaurants.


Die Lodges sind meist von Familien geführte Unterkünfte mit einem gemeinschaftlichen Speiseraum. Sie bieten Zwei- bis Drei-Bettzimmer an, manchmal auch Massenlager. Die Zimmer sind in der Regel einfach ausgestattet, oft mit dünnen Holzwänden, mit Pritschen und dünnen Matratzen. Gemeinschafts-Waschgelegenheiten befinden sich in der Regel auf dem Gang, Toiletten haben nur ein Loch im Boden mit Wassereimer daneben.
Verpflegung
Das Menü der verschiedenen Herbergen unterscheidet sich kaum. Zur Auswahl stehen meistens Gemüse- oder Knoblauchsuppe, Momos (gefüllte nepalesische Teigtaschen), Chowmin (gebratene Nudeln), Pizza und natürlich das Nationalgericht Dal Bhat (Linsensuppe, Reis und Gemüse).



Die Frühstücksauswahl besteht meist aus Porrigde, Pfannkuchen, Chapati mit Marmelade oder Honig, Müsli, dazu natürlich Tee und Kaffee.
So gut wie alle Lodges und Restaurants bieten auch Bier an – internationale Büchsenmarken und einheimisches Bier.
Dokumente und Eintritt
Um den Annapurna Circuit zu wandern braucht man das ACAP (Annapurna Conservation Area Permit), das kostet ca. 20$, und die TIMS Card (Trekkers Information Management System), kostet ebenfalls 20$. Für die Anträge benötigt man jeweils 2 Passbilder. Beides besorgt man sich am besten schon in Kathmandu, bei einer organisierten Wanderung macht das der Guide.
Karten und Führer
Ob mit oder ohne Guide, ein Wanderführer und eine Trekkingkarte sorgen für die notwendige Information und Übersicht.
Die Teile des Annapurna-Berichts
- Teil 1: Allgemeines
- Teil 2: Jagat – Dharapani – Chame – Pisang – Braga/Manang
- Teil 3: Tilicho-Lake-Trek
- Teil 4: Über den Thorong La nach Muktinath
- Teil 5: Muktinath – Tatopani – Sikha – Ghorepani – Ghandruk – Nayapul – Pokhara – Kathmandu
- Teil 6: Bhaktapur
- Teil 7: Bilder-Album
Zuletzt aktualisiert vor 1 year
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