Dolomiten-Radweg Toblach – Cortina d’Ampezzo

Auf dem Radweg der alten Bahnlinie Toblach-Cortina-Calalzo im Hochpustertal mit herrlichem Dolomiten- und Drei-Zinnen-Panorama.

Der Dolomiten-Radweg (ital. Ciclabile delle Dolomiti) bzw. der Lange Weg der Dolomiten (ital. Lunga Via delle Dolomiti) ist ein rund 66 Kilometer langer Radweg auf der Trasse der ehemaligen Dolomitenbahn. Die Schmalspurbahn (950 mm Spurbreite) verband die drei Orte Toblach, Cortina d’Ampezzo und Calalzo di Cadore, sie wurde im ersten Weltkrieg gebaut und 1964 stillgelegt. Der Radwanderweg verbindet damit die Regionen Südtirol und Belluno und führt durch die einzigartige Gebirgslandschaft der Dolomiten. Die landschaftliche Schönheit der Sextner und Ampezzaner Dolomiten begleitet uns auf unserer Tour von Toblach nach Cortina und zurück nach Toblach.

Die Geschichte der Dolomitenbahn

Im Verlauf des Ersten Weltkrieg sahen sich die Kriegsgegner Italien und Österreich-Ungarn gezwungen, um die damals an der Dolomitenfront stationierten Einheiten mit Material und Nachschub versorgen zu können, entsprechende Feldbahnen einzurichten. Es handelte sich also zunächst um zwei getrennte Bahnlinien, die beide ausschließlich militärischen Zwecken dienten.

Von Norden her erbaute das österreichische Militär noch im Jahr 1915 zunächst eine motorbetriebene Heeresfeldbahn zwischen der Pustertalbahn und der bereits seit 1891 bestehenden Festung Höhlenstein (italienisch: Landro), sie wurde in 700 Millimeter Spurweite ausgeführt und mit Benzinlokomotiven betrieben. Die Feldbahn diente also ausschließlich der Versorgung der dort befindlichen militärischen Anlagen.

Von Süden her errichtete Italien eine militärische Feldbahn, sie wurde jedoch in der Spurweite von 750 Millimetern ausgeführt und mit Dampflokomotiven betrieben. Diese Bahn führte von Calalzo das Cadore hinauf in Richtung Cortina d’Ampezzo und der Staatsgrenze zu Österreich-Ungarn.

Mit dem Vorrücken des österreichischen Militärs in Richtung Süden und dem Zusammenbruch der italienischen Dolomitenfront im Herbst 1917 wurden die beiden Bahnstrecken noch im Laufe des Jahres 1917 unter österreichischer Regie miteinander verbunden. Gleichzeitig wurden dabei die beiden bereits bestehenden Abschnitte von 700 Millimetern (österreichischer Abschnitt) bzw. 750 Millimetern (italienischer Abschnitt) auf die in Österreich-Ungarn weit verbreitete Spurweite von 760 Millimetern umgespurt. Die gesamten Strecke konnte nun mit einheitlichem Zugmaterial gefahren werden und diente der Versorgung der österreichischen Front bei Belluno.

Feldbahn bei Cortina (1918).
Feldbahn bei San Vito di Cadore (1918).

Am 3. November 1918 vereinbarten die beiden Kriegsgegner Österreich-Ungarn und Italien einen Waffenstillstand, in dessen Folge die beiden späteren Provinzen Trient und Bozen-Südtirol zu Italien kamen. Damit befand sich fortan auch die gesamte Dolomitenbahn unter italienischer Hoheit.

Im Hinblick auf die geplante Aufnahme des zivilen Personenverkehrs wurde die Dolomitenbahn dann in den Jahren 1919 bis 1921 ein weiteres Mal umgespurt, dieses Mal auf 950 Millimeter. Am 1. Juni 1921 schließlich wurde der Betrieb aufgenommen – zunächst ausschließlich Dampfbetrieb. Sämtliche dabei anfallenden Arbeiten mussten von Österreich als Reparationszahlungen finanziert werden.

Im Jahr 1929 erfolgte dann die Elektrifizierung mit 2.700 V Gleichstrom. Ab diesem Zeitpunkt wurden mit zwei Elektrolokomotiven und sechs Elektrotriebwagen die notwendigen Traktionsleistungen erbracht.

Dolomitenbahn am Bahnhof Carbonin,

Für den verstärkten Verkehr während der Olympischen Winterspiele 1956 in Cortina d’Ampezzo wurden zwei moderne Elektro-Triebwagen beschafft.

Danach erfolgte der kontinuierliche Niedergang dieser Gebirgsbahn. Das Ende kam dann schnell: 1962 wurde erst der nördliche Teil, ein Jahr später der südliche Teil eingestellt.

Diese im Herzen de Dolomiten gelegene Bahn hatte eine Gesamtlänge von 65 km und ein maximales Gefälle von 35 Promille. Sie begann in Calalzo auf einer Höhe von 806 m. Den höchsten Punkt erreichte sie auf dem Gebirgspass Im Gemärk (auch Gemärkpass, italienisch Passo Cimabanche) mit einer Höhe von 1.530 m, hier überquerte sie gleichzeitig die Grenze von Trentino nach Südtirol. Die Bahn endete in Toblach im Pustertal auf einer Höhe von 1.256 m. An beiden Endbahnhöfen bestand ein Anschluss an das normalspurige internationale Eisenbahnnetz.

Die Eckdaten unserer Dolomiten-Radtour

Tour-Datum 3. Oktober 2021
Region Italien, Dolomiten, Pustertal
Ausgangspunkt Toblach (ital. Dobbiaco)
Anforderungen mäßig-anstrengende Radtour auf größtenteils breitem Kies- bzw. Schotterweg
Distanz 30 km (einfache Strecke Toblach – Cortina)
Fahrzeit 1,5 – 2 Stunden (einfache Strecke Toblach – Cortina)
Höhenunterschied 350 m auf- bzw. abwärts (einfache Strecke Toblach – Cortina)
Einkehr Toblach, Toblacher See, Dürrensee, Schluderbach, Passo Cimbanche, Cortina
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Der Radweg von Toblach bis Cortina führt uns auf der alten Bahntrasse der Dolomitenbahn von Toblach im Pustertal, von Südtirol über den Cimabanche Pass bis hinein in die Olympiastadt Cortina in der italienischen Region Venetien.. Die Bahnstrecke wurde im 1. Weltkrieg erbaut, im Jahr 1956 erlangte sie nochmals eine gewisse Bedeutung durch die Olympischen Spiele in Cortina d’Ampezzo. 1964 wurde der Zugbetrieb endgültig eingestellt.

Wir starten unsere Tour vom Sportzentrum in Neu-Toblach. Bereits nach wenigen Kilometern erreichen wir den Toblacher See mit seinen Wasserspiegelungen. Die Strecke führt weiter, vorbei am Kriegerfriedehof beim Nassfeld und vorbei am Drei-Zinnen-Blick, von wo das Wahrzeichen der Dolomiten die drei Zinnen ersichtlich sind, bis zum Dürrensee (Lago di Landro). bis hoch nach Cimabanche, mit 1.530 m der höchsten Punkt unserer Radtour.

Durch alte, erhaltene und künstlich beleuchtete Tunnel, über Brücken und vorbei an den alten Bahnhöfen geht es nun abwärts nach Cortina d’Ampezzo. Die letzten Kilometer des Radweges sind asphaltiert und verlaufen leicht erhöht am Hang entlang nach Cortina hinein. Der alte Bahnhof ist heute Bushalteplatz.

Nach kurzer Pause fahren wir den Weg zurück, über den Passo Cimabanche nach Toblach. Eine geschichtsträchtige Radtour durch die einzigartige Bergwelt der Dolomiten, zwischen dem Pustertal in Südtirol und der Olympiastadt Cortina in der italienischen Region Venetien.

Die Bilder unserer Dolomiten-Radtour

Dieter Moßbrucker
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Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Ehemann, Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

2 Kommentare

  1. Hallo,

    ich suchte vergebens nach der Möglichkeit, diese Dolomoiten-Radtour als GPX-Datei herunterzuladen. Ansonsten vielen Dank für Ihre zahlreichen großartigen Anregungen und Tourentipps!

    Herzl. Grüße,

    Wolfgang Ulhorn

    • Hallo,
      bei der Karte gibt es oben rechts in der orangen Titelleiste zwei Buttons, einer für Vollbilddarstellung, einer um die gpx-Datei herunter zu laden.
      Ich habe jetzt zusätzlich einen Download-Button in die Tabelle eingefügt.
      Ganz herzlichen Dank für das Lob.
      Grüße vom Bodensee

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