Camino Jinama – Raya La Llanía

Tourdatum Icon Tourdatum: 30.12.2025
Aufrufe Icon Aufrufe (seit 01.04.2025): 15

El Hierro: Steilaufstieg auf dem reizvollsten Camino der Insel zur Kammhöhe und weiter auf dem Kammweg bis La Llanía.

Der Königsweg Camino Real de Jinama verläuft im Norden von El Hierro zwischen den Gemeinden La Frontera und Valverde und zählt zu den schönsten Wanderungen der Insel. Ohne Übertreibung darf er als einer der eindrucksvollsten Wege El Hierros gelten. Mein hier vorgestellter Königsweg gliedert sich in zwei Abschnitte. Zunächst führt der Camino Jinama von der Kirche Iglesia de la Candelaria in Frontera über gut 1.000 Höhenmeter durch die steile Felswand hinauf zum Aussichtspunkt Mirador de Jinama mit der Kapelle Ermita de la Caridad. Anschließend verläuft der Weg in sanftem Auf und Ab entlang der Kammkante und bietet als aussichtsreiche Panoramawanderung beeindruckende Blicke über das Golfo-Tal, bis er an der Fuente de La Llanía an der Hauptstraße HI-1 endet.

31 Tour-Datum
2025-12-30
Tourart
Streckenwanderung
Region
Kanarische Inseln, El Hierro
Ausgangspunkt
Frontera, Iglesia de la Candelaria
Anforderungen
mittelschwere Wanderung auf Wegen und Pfaden
vom Ausgangspunkt bis zum Mirador de Jinama erfolgt ein sehr steiler Aufstieg
der dann folgende Kammpfad ist nahezu flach
Distanz
9,0 km
Höhenunterschied
1000 m aufwärts, 200 m abwärts
Wanderzeit
4,5 – 5 Stunden
Einkehr
—–
GPX GPX-Datei
Icon

Camino Jinama

1 Datei(en) 0.00 KB

Über den Camino Real de Jinama.

Vor 50.00 Jahren rutschten nach einem Erdbeben instabile Gesteinsschichten eines großen Vulkans ins Meer ab, zurück blieb das heutige Halbrund des El-Golfo-Tals. Fast 1.000 Höhenmeter führt die heutige Wanderung auf einem streckenweise gepflasterten Camino durch diese riesige entstandene Felswand hoch zum Mirador Jinama. Ein besonderer botanischer Leckerbissen sind endemische Mocanbäume, im Frühling säumen wohlriechende Jasminsträucher den Weg. Der Königsweg »Camino Real de Jinama« war eine der Hauptrouten, der das El Golfo-Tal mit den Hochebenen verband. Bevor in den 1960er-Jahren die Straße gebaut wurde, diente die Route zum Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse und für die »Muda«, den zweimal im Jahr stattfinden Viehtrieb von einer Seite der Insel zur anderen.

Meine Wanderung auf dem Camino Real de Jinama.

Ich starte die Wanderung gegenüber der Kirche Nuestra Señora de Candelaria am oberen Ortsausgang von La Frontera. Vorbei an terrassierten Weinanbauflächen erreiche ich den grob mit Vulkangestein gepflasterten Camino de Jinama, der an einer hochgewachsenen Kiefer vorbeiführt und sich in Richtung der bewaldeten Berghänge zieht. In Serpentinen verläuft der Weg über einen Bergrücken, begleitet von zwei tief eingeschnittenen Schluchten.

An einem flacheren Abschnitt treffe ich auf einen alten, stark verwurzelten Mocán-Baum, den sogenannten „Mocán de los cochinos“. Früher band man hier bei Viehtrieben die Schweine fest, um eine Rast einzulegen. Die strauchförmig wachsenden Mocán-Bäume sind auf den Kanaren und auf Madeira endemisch. Entlang des Weges steht zudem ein weiteres beeindruckendes Exemplar, der „Mocán de la Sombra“.

Weiter oben liegt ein großer Felsblock mitten auf dem Weg. Das darauf angebrachte Kreuz erinnert an einen Mönch, der hier bei einem Erdrutsch verletzt wurde. Umgeben von dichter Urwaldvegetation steigt der Camino weiter entlang der Steilwand an. Immer wieder öffnen sich eindrucksvolle Ausblicke auf die Ebene von El Golfo.

In engen Kehren führt der Weg hinauf zu einem Felsdurchbruch. Danach folgt eine leicht abschüssige Passage direkt an der Steilwand. Nach weiteren Windungen erreiche ich den Aussichtspunkt El Miradero. Der natürliche Mirador mit weitem Blick über das El-Golfo-Tal lädt zu einer Pause ein. Früher wurde hier die heute ausgestorbene Tradition des „margareo“ gepflegt, bei der Klagen und Verwünschungen nachts in den Wind gerufen wurden.

Nun prägen Moose und Farne zunehmend die Vegetation. Flechten hängen in großen Mengen von den Bäumen herab. Auch die Felswände des Risco de Tibataje treten in leuchtenden Erdtönen hervor. Ich passiere den Descanso de la Virgen, den Ruheplatz der Schutzheiligen Virgen de los Reyes. An dieser Stelle wird während der alle vier Jahre stattfindenden Prozession Halt gemacht. Kurz darauf folge ich dem Weg an der Cueva de las Pipas, der Höhle der Fässer, vorbei.

Vor dem letzten steilen Anstieg zum Mirador de la Jinama erreiche ich einen weiteren kleinen Rastplatz am Wegesrand. Das Ziel ist nun bereits sichtbar. Hier beginnt auch der restaurierte Abschnitt des Weges. Ein massiver Metallsteg führt entlang der Felswand über das abgerutschte Wegstück. Ohne ihn wäre die Wanderung an dieser Stelle zu Ende gewesen und ich hätte umkehren müssen.

Schließlich führt der Weg an einem imposanten vulkanischen Gesteinsgang vorbei, mit weitem Blick auf das El-Golfo-Tal und den Atlantik. Der plattenartige Felskörper ragt senkrecht wie eine Wand empor und widersteht der Erosion bis heute. Von hier ergibt sich ein markanter Blick entlang der Steilwand mit einer Baumreihe auf dem Bergrücken. Wenig später erreiche ich die Ermita de la Caridad sowie die beschattete Aussichtsplattform am Mirador de Jinama.

Mein Weiterweg entlang der Kammkante nach Raya La Llanía.

Der Weiterweg ist eine Panoramatour mit atemberaubenden Ausblicken: der Tiefblick in das gut 1.300 m tiefer gelegene El-Golfo-Tal, der weite Blick über die grüne Nisdafe-Hochebene und der Fernblick zu den Nachbarinseln La Palma, La Gomera und Teneriffa. Und ganz nebenbei erklimme ich auf dem Pfad entlang der Abbruchkante den siebthöchsten Berg von El Hierro, den 1.350 m hohen Jinama. Und ich passiere den Bailadero de las Brujas, den verwunschenen Hexentanzplatz. Diese Panoramawanderung auf der Cumbre ist eine der schönsten und aussichtsreichsten Touren auf El Hierro.

Die Bilder vom Camino Real de Jinama.

Die Bilder vom Kammweg nach Raya La Llanía.

© 2026 wildnis-wandern.de
Annette Moßbrucker
Letzte Artikel von Annette Moßbrucker (Alle anzeigen)

Hat dir der Beitrag gefallen?

“Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.”
Augustinus Aurelius
💬 Kommentare unter den Beiträgen sind wegen technischer Probleme deaktiviert.
📖 In unserem Gästebuch 🔗 sind Kommentare möglich und herzlich erwünscht!
⚠️ Etwas funktioniert nicht richtig?
Falls du ein technisches oder optisches Problem auf meiner Webseite entdeckst, schreib mir bitte eine kurze Nachricht an
info@wildnis-wandern.de 📧
Ich kümmere mich so schnell wie möglich darum – danke für deine Hilfe!

Impressum Annette Moßbrucker

Annette ist Oma, Bikerin und Trekkerin. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern und Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.

Die Kommentare sind geschlossen.