Aacher Geißbock

Tourdatum Icon Tourdatum: 31.01.2026
Aufrufe Icon Aufrufe (seit 01.04.2025): 26

Hegau: Rundwanderung von Aach in das Wasserburger Tal mit seinen bizarren Felsformationen.

Die Stadt Aach im Hegau ist vor allem durch den Aachtopf bekannt, die schüttungsreichste Karstquelle Deutschlands. Hier an der Quelle beginnt und endet der Rundweg „Aacher Geißbock“. Das tief in die Hegaualb eingeschnittene Wasserburger Tal wird von malerischen Felsen geprägt, und entlang des Wanderwegs eröffnen zahlreiche Aussichtspunkte weite Blicke auf die vulkanisch geformten Berge des Hegaus – das Hegauer Kegelspiel. Die steilen Hänge um Aach herum entstanden durch die Kräfte von Wasser und Gletschern und wurden erst durch jahrtausendelange Beweidung zu einer faszinierenden Kulturlandschaft. Die Schaf- und Ziegenbeweidung gab schließlich auch dem Wanderweg seinen Namen: Aacher Geißbock.

31 Tour-Datum
2026-01-31
Tourart
Rundwanderung
Region
Deutschland, Baden-Württemberg, Hegau
Ausgangspunkt
Aach, Parkplatz am Aachtopf
Anforderungen
leichte Wanderung
Distanz
13,2 km
Höhenunterschied
350 m auf- und abwärts
Wanderzeit
3,5 – 4 Stunden
Einkehr
Aach
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Aacher Geißbock

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Meine Wanderung beginnt an der Aachquelle. Der Aachtopf zapft das Wasser der noch jungen Donau zwischen Immendingen und Fridingen an der Donauversinkung ab und leitet es als Radolfzeller Aach dem Rhein zu. So gelangt ein Teil des Donauwassers in die Nordsee statt ins Schwarze Meer. Unter dem Aachtopf haben Höhlentaucher weitverzweigte Karsthöhlen und unterirdische Seen entdeckt, die den bis heute geheimnisvollen Untergrund der Schwäbischen Alb prägen.

Wissenswertes über den Aachtopf
Größe
Die Aachquelle gilt als die größte Quelle Deutschlands.
Alter
Das Alter der Quelle wird von den meisten Experten auf ca. 16.000 Jahre geschätzt.
Herkunft des Wassers
Das Aachwasser stammt größtenteils aus versickertem Donauwasser.
Entfernung & Höhenunterschied
Die Entfernung zwischen der Hauptversickerungsstelle bei Immendingen und der Aachquelle beträgt 12 km Luftlinie, der Höhenunterschied 174 m.
Laufzeit unterirdisch
Das bei Immendingen versickernde Wasser benötigt ca. 30 bis 60 Stunden für den unterirdischen Lauf.
Weitere Versickerungsstelle
Eine zweite Hauptversickerungsstelle befindet sich bei Fridingen/Donau.
Durchschnittliche Schüttung
Die durchschnittliche Schüttung der Aachquelle liegt bei 8,3 m³/sec.
Schwankungen je nach Jahreszeit/Niederschlag:
geringste: 1,3 m³/sec, größte: 24,1 m³/sec.
Höhlenfisch der Aachquelle
2015 entdeckten Höhlentaucher in der Aachquelle den ersten bekannten Höhlenfisch Europas. Die Aach-Höhlenschmerle ist vermutlich vor etwa 20.000 Jahren in das unterirdische Höhlensystem zwischen Donau und Aachquelle eingewandert. Sie lebt dort in vollständiger Dunkelheit. An diese Bedingungen hat sich die Art angepasst: Die Fische besitzen stark verkleinerte Augen mit verkümmerten Linsen, dafür jedoch verlängerte Barteln, die dem Schmecken und Tasten dienen.
© Joachim Kreiselmeier – Höhlentauchgruppe Aachprojekt
Interesantes Detail
Interessant ist die Vorstellung, dass bei den Versinkungsstellen sich entscheidet, ob das Wasser mit dem Donaufluss Richtung Schwarzes Meer oder mit Aach und Rhein zur Nordsee fließt. Die Mündungen von Donau und Rhein sind immerhin ca. 1800 km voneinander entfernt.

Nach dem Aachtopf steige ich bergauf zum nördlichen Rand des Aacher Stadtberges. Von hier genieße ich einen traumhaften Ausblick in Richtung Hohenhewen. Am Waldrand entlang wandere ich weiter, lasse den weiten Blick nach Süden über den Hegau und werde von der Landschaft förmlich verzaubert.

Eine längere Strecke führt mich durch das felsbekrönte Wasserburger Tal. Unterwegs stoße ich auf spannende geologische Kalkaufschlüsse. Schließlich verlasse ich das Tal, steige über Treppenstufen hinauf und erreiche das Dornsbergplateau mit der Jagdschule. Heute herrscht glücklicherweise Winterpause, sodass kein Schießlärm die Stille durchbricht.

Weiter geht es zum Aussichts-Highlight „Aacher Zwei-Seen-Blick“. Normalerweise bietet sich hier ein herrlicher Blick auf Überlinger See und Untersee, doch heute versperrt mir der Nebel die Sicht auf den Bodensee.

Auf schmalen Pfaden wandere ich nun bergab und erkunde beeindruckende Dolinen sowie gewaltige Erdeinsackungen im Kalkgestein. Sie sind Teil des unterirdischen Höhlensystems der Aachquelle. Bald erreiche ich den „Alten Turm von Aach“, ein frisch saniertes Kulturdenkmal mitten im Naturschutzwald.

Mit einer letzten Runde am Aachtopf lasse ich meine Wanderung glücklich ausklingen.

© 2026 wildnis-wandern.de
Annette Moßbrucker
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Kevin Relly
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Impressum Annette Moßbrucker

Annette ist Oma, Bikerin und Trekkerin. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern und Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse.

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