Quer über die Hardangervidda

24 Tage Trekking quer über die Hardangervidda im August 2014

Finsehytta mit Hardangerjøkulen

Finsehytta mit Hardangerjøkulen

Für den Sommer 2014 planten wir unsere zweite Hardangervidda-Tour – vor 15 Jahren wanderten wir das erste Mal über die Vidda. Die Erinnerungen waren mittlerweile verblasst, so wollten wir die damalige Tour in ähnlicher Weise wiederholen.


Die Geschichte unserer Hardangervidda-Tour wird in 24 Kapiteln erzählt.

 

Die Hardangervidda

hardangerviddaMit einer Ausdehnung von 7.400 qkm ist die Hardangervidda das größte Gebirgsplateau Europas. Davon wurden 3.420 qkm , was annähernd 3% der Landesfläche von Norwegen ausmacht, 1981 zum größten Nationalpark von Norwegen erklärt, in der Absicht, die Vidda vor den weiteren Zugriffen durch die Wasserkraftindustrie zu schützen.
Die Hardangervidda zählt zu den beliebtesten Wandergebieten in Norwegen, einerseits weil es sich wegen seiner weitgehend flachen Oberfläche als sehr familienfreundlich erweist, andererseits wegen seiner zentralen und leicht erreichbaren Lage in Südnorwegen. Trotzdem sollte man nicht übersehen, dass hier, in einer durchschnittlichen Höhe von 1.100m, ein annähernd arktisches Klima herrscht. Dabei gibt es doch gravierende Unterschiede zwischen Ost und West. Im zentralen und östlichen Teil bestimmen weitgestreckte, flache Partien mit Seen und Mooren das Bild. Auch die Vegetation ist hier wegen der alten, nahrungsärmeren und stark verwitterten Grundgesteinsarten spärlicher. Nach Westen zu ist das Land von der kaledonischen Gebirgsplatte geprägt. Hier finden sich höhere Gebirgsrücken, die sich bis 1.700m erheben. Auf kalkreichen Böden gedeihen hier eine Fülle von arktischen Pflanzen. Ganz im Westen bricht das Plateau zum Fjord steil ab. An- und Aufstieg sind dort beschwerlich, aber von grandiosen Landschaftsbildern begleitet. Unzählige Wasserfälle stürzen sich die fast senkrechten Felswände hinab. Auch das Klima zeigt sich von zwei sehr unterschiedlichen Seiten. Der gebirgige Westen ist stark dem feuchten Küstenklima ausgesetzt. Höhere Niederschläge und viel Schnee während des Winters sind die Folge. Altschneereste im Juli sind keine Seltenheit. Nach Osten zu nimmt die Niederschlagsmenge ab. Die Temperaturen sind ungleichmäßig verteilt. Wegen des Golfstroms bleiben die Winter im Westen milder, die Sommer erreichen dafür nicht die angenehmen Werte des Ostens, der vom Binnenklima geprägt ist.

Unsere Tour

wanderwegeDas größte Hochplateau Europas durchziehen etwa 1.200 km markierte Wanderwege. Über 40 Hütten, die meisten voll bedient, liegen gut verteilt an ihren Routen.
Die Topographie ist im Osten sehr flach, hier sind kaum Höhenunterschiede zu bewältigen. Nach Westen zu nimmt die Hardangervidda mehr gebirgigen Charakter an. Schwierigkeiten stellen sich aber auch hier dem Wanderer nicht in den Weg. Trotz ihrer geringen Höhe von 1.000 bis 1.200 m sollte die Vidda nicht unterschätzt werden. Gute Ausrüstung ist selbst im Sommer unbedingt notwendig.

Unsere Tour war eine Durchquerung der schönsten Teile der Hardangervidda, dauerte 24 Tage und bestand aus drei Teilen:

  • Zelt- und Hütten-Trekkingtour von Rjukan-Skinnarbu-Mogen über Rauhelleren-Litlos-Torehytten-Stavali-Hadlaskard nach Liseth Garen in 16 Tagen
  • 2-Tage-Tour von Dyranut nach Kjeldebu und zurück
  • 4 Tagestouren von der Finsehytta aus

Hier ist die Tourenkarte für die Trekkingtour von Mogen nach Liseth Garen:

Hütten auf der Tour

Hütte Art Höhe Abstand
Rjukan Gjestegård Wanderheim, Supermarkt 300 m
Skinnarbu Bootsanlegenstelle 930 m
Mogen Turisthytte bediente Hütte 936 m 40 km Boot
Lågaros Hütte mit Selbstbedienung und Proviantverkauf 1280 m 15 km
Rauhelleren bediente Hütte 1200 m 21 km
Sandhaug bediente Hütte 1253 m 25 km
Besso private bediente Hütte 1250 m 6 km
Litlos bediente Hütte 1180 m 19 km
Torehytten Hütte mit Selbstbedienung und Proviantverkauf 1340 m 17 km
Stavali Hütte mit Selbstbedienung und Proviantverkauf 1024 m 19 km
Hadlaskard Hütte mit Selbstbedienung und Proviantverkauf 1000 m 20 km
Hedlo private bediente Hütte 945 m 9 km
Liseth Garen Camping Campingplatz mit Hüttenvermietung, Supermarkt 750 m 16 km
Dyranut Turisthytte bediente Hütte, Café 1240 m
Kjeldebu Hütte mit Selbstbedienung und Proviantverkauf 1060 m 9 km
Finsehytta bediente Hütte 1223 m
Klemsbu Nødbu Nothütte 1600 m 6 km
Fagernut Vokterbolig Eisenbahn-Café und Ausstellung 1342 m 10 km
Oksebotn Vokterbolig II abgeschlossene Hütte 1170 m 8 km
Blåisen Hardangerjøkulen-Gletscherzunge 1400 m 4 km
Maus über den Hüttennamen – Bild der Hütte **** Klick auf den Hüttennamen – Webseite der Hütte

Karten für die Hardangervidda

hardangervidda_karten

Der norwegische Verlag Nordeca produziert seit 2011 ein flächendeckendes topographisches Kartenwerk für Norwegen. Das Kartenwerk basiert auf der Datenbank N50 Kartdata des Vermessungsamtes Statens Kartverk. Die Norge-serien umfasst 195 Blätter und ist seit Ende Januar 2013 vollständig lieferbar. Die Karten sind beidseitig auf wetterfestem synthetischem Material gedruckt. Die Geobuchhandlung Kiel hat alle Blätter des Kartenwerkes am Lager.

Für unsere Tour haben wir drei Karten verwendet:

  • Norge-serien 10032: Kalhovd 1:50.000
  • Norge-serien 10031: Nordmannslågen 1:50.000
  • Norge-serien 10039: Hardangerjøkulen 1:50.000

Etappe 1: Rjukan – Mogenhytta – Gjuvsjåen

Tour-Datum 4. August 2014
Ausgangspunkt Rjukan – Skinnarbu/Møsvatn
Endpunkt Zeltplatz am Gjuvsjåen
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 35 Minuten Bus – 2 Stunden Bootsfahrt – 3 Stunden Trekking
Distanz 40 km Boot – 7 km Trekking
Aufstieg 300 m
Abstieg 0 m
Strecke Mogenhytta (936 m) – Gjuvsjåen (1230 m)
Proviantverkauf nur in Rjukan kann man einkaufen, Mogenhytta ist eine bediente Hütte ohne Proviantverkauf
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Hardangervidda-Etappe01

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Am Vortag waren wir früh am Morgen von Zürich-Kloten nach Oslo-Gardermoen geflogen, dann mit dem Zug über Kongsberg nach Rjukan gefahren. In Rjukan haben wir noch eingekauft: Gaskartuschenfür den Trangia, Regenhülle für den Rucksack und ein paar Lebensmittel.
Nach einer Nacht im Rjukan Gjestegård fahren wir dann gegen Mittag mit dem Kleinbus nach Skinnarbu am See Møsvatn. Dort beginnt die eigentliche Fahrt in die Vidda: mit dem Schiff Fjellvåken II knapp 40 km über den Møsvatn zur Mogenhytta, einer großen bedienten Hütte. Das Wetter ist Viddatypisch: erst heftiger Regen, dann klart es auf.
Direkt hinter Mogen (936 m) geht es steil durch den Wald entlang des Hellegjuvbekken hinauf auf die kahle Vidda (1200 m). Bei recht schönem Wetter steigen wir über die typischen Steinplatten bergauf.
Nach ca. 5,5 km erreichen wir den Gjuvsjåen, an dessen Ufer wir unser erstes Zeltlager finden und einen schönen und ruhigen Abend erleben.

Etappe 2: Gjuvsjåen – Lågaros – Vegarhovdhytta

Tour-Datum 5. August 2014
Ausgangspunkt Zeltplatz am Gjuvsjåen
Endpunkt Zeltplatz in der Nähe von Vegarhovdhytta
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 5 – 6 Stunden
Distanz 11 km
Aufstieg 200 m
Abstieg 200 m
Strecke Gjuvsjåen (1220) – Lågaros (1288 m) – Zeltplatz bei Vegarhovdhytta (1300 m)
Proviantverkauf Lågaros ist eine Hüte mit Selbstbedienung und Proviantverkauf
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Hardangervidda-Etappe02

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Der Morgen am Gjuvsjåen ist schön, ruhig und mückenfrei, die Weite des Panoramas ist überwältigend.

Die ersten 1,5 km direkt am Seeufer entlang sind ein wenig mühsam, oft ist der Weg sumpfig. Dann erreichen wir die erste „Herausforderung“: den Zufluss am Nordende des Sees, eher ein Bach, müssen wir durchwaten. Wir finden eine breite, flache Stelle mit großen Steinen und können unsere Wanderschuhe anlassen.

Der Weg bis zur Lågaros-Hütte ist dann Viddatypisch: mal auf, mal ab, vorbei an vielen kleinen Seen, Steinfelder wechseln sich mit sumpfigen Stellen ab, und um uns herum nur Weite. Schon von Weitem sehen wir die Hütte, sie liegt am Nordufer eines kleinen Sees. Lågaros ist eine selbstbediente Hütte mit kleinem Proviantverkauf, hier kreuzen sich vier Wanderwege aus allen vier Himmelsrichtungen.

Nach einer Rast wandern wir noch knapp 2 km weiter norwärts in Richtung Rauhelleren. Bei einer kleinen privaten Hütte, in der Nähe eines schmalen Bachs stellen wir dann unser Zelt für das zweite Nachtlager auf.

Etappe 3: Vegarhovdhytta – Reinavatnet

Tour-Datum 6. August 2014
Ausgangspunkt Zeltplatz in der Nähe von Vegarhovdhytta
Endpunkt Zeltplatz bei der Brücke beim Reinavatnet
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 5 – 6 Stunden
Distanz 12,5 km
Aufstieg 120 m
Abstieg 240 m
Strecke Zeltplatz bei Vegarhovdhytta (1300 m) – Geitvassbekken (1200 m) – Zeltplatz bei der Brücke beim Reinavatnet (1180 m)
Proviantverkauf keiner
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Hardangervidda-Etappe03

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Der heutige Wanderweg führt uns vorbei am Vegarhovda und am Skjerhølnutten zum Geitvassbekken. Von dort geht es weiter im Geitvassdalen, bis wir eine typische norwegische Holzbrücke am Reinavatnet erreichen. Dort finden wir am Ufer einen herrlcihen Zeltplatz mit Bademöglichkeit.

Etappe 4: Reinavatnet – Rauhelleren – Midtstrandsdalen

Tour-Datum 7. August 2014
Ausgangspunkt Zeltplatz bei der Brücke beim Reinavatnet
Endpunkt Zeltplatz im Midtstrandsdalen
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 5 – 6 Stunden
Distanz 13,5 km
Aufstieg 150 m
Abstieg 100 m
Strecke Zeltplatz bei der Brücke beim Reinavatnet (1180 m) – Tjuvhyttnutan (1240 m) – Brücke über Djupa (1200 m) – Rauhelleren (1220 m) – Zeltplatz im Midtstrandsdalen (1220 m)
Proviantverkauf keiner
Bemerkungen Rauhelleren ist eine bediente Hütte, hier gibt es Kaffee
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Hardangervidda-Etappe04

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Vom Zeltplatz am Reinavatnet wandern wir das Reinvassdalen hoch zum Tjuvhyttnutan. Auf der Kammhöhe haben wir einen schönen Blick auf den großen Langesjøen. Nun geht es abwärts zur großen Hängebrücke über den Fluss Djupa und dann entlang des Langesjøen zur Rauhelleren-Hütte.

Rauhelleren gehört mit Sandhaug und Litlos zu den großen Hütten auf der Hardangervidda, die drei Hütten bilden eine 45 Kilometer lange Ost-West-Achse. Die Hütte ist in der Sommersaison bedient, bietet für die Wanderer Getränke wie Kaffee, den wir mit großer Freude bei einer längeren Rast genießen.

Weiter geht es westwärts am Ufer des Langesjøen entlang, vorbei am Midstrandnuten. Im Midtstrandsdalen finden wir dann wieder an einem kleinen Bach einen schönen Zeltplatz.

Etappe 5: Midtstrandsdalen – Sandhaug

Tour-Datum 8. August 2014
Ausgangspunkt Zeltplatz im Midtstrandsdalen
Endpunkt Sandhaug
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 7 – 8 Stunden
Distanz 17,5 km
Aufstieg 190 m
Abstieg 170 m
Strecke Zeltplatz im Midtstrandsdalen (1220 m) – Sandhaug (1250 m)
Proviantverkauf keiner
Bemerkungen Sandhaug ist eine große bediente Hütte
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Hardangervidda-Etappe05

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Die Nacht hat heftigen Regen und Wind gebracht, am Morgen ist es wieder schön.

Der heutige Tag bringt vor allem Eines: eine lange Wanderung in der Weite der Hochebene, in der man sich fast verloren vorkommt. Es ist eine Wanderung ohne große Abwechslung, bei der man ganz bei sich sein kann. In der Ferne sehen wir die Berge der Vidda. Der markante Hårteigen (Grauer Wegweiser – hárr = grau, teigen = weisen), der zweithöchste Berg der Hardangervidda, zeigt uns das Ziel der nächsten Tage.
Leider passieren wir keine Bäche, so dass wir im Laufe des Tages ein Trinkwasserproblem bekommen und bis Sandhaug auch keinen geeigneten Zeltplatz finden

Erst kurz vor Sandhaug kommen wir in den bergigen Teil der Hardangervidda: es geht zu einem Pass hoch und dann wieder hinunter zur Hütte, die am Ufer des großen Sees Nordmannslågen liegt. Auch hier treffen sich mehrere Wanderwege aus allen Richtungen, dementsprechend voll ist die Hütte. Wir zelten auf dem Zeltplatz der Hütte (kostenpflichtig).

Etappe 6: Sandhaug – Besso – Engelstjørn

Tour-Datum 9. August 2014
Ausgangspunkt Sandhaug
Endpunkt Zeltplatz am Engelstjørn
Schwierigkeit mittelschwere Trekkingtour
Zeitbedarf 5 – 6 Stunden
Distanz 14,5 km
Aufstieg 270 m
Abstieg 175 m
Strecke Sandhaug (1250 m) – Besso (1250 m) – Zeltplatz am Engelstjørn (1345 m)
Proviantverkauf keiner
Bemerkungen Sandhaug ist eine große bediente Hütte
Basso ist eine private bediente Hütte
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Hardangervidda-Etappe06

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Schon früh am Morgen weht ein heftiger Wind, der im Laufe des Tages zum Sturm anwächst.

Die ersten fünf Kilometer wandern wir eben und auf breitem Weg entlang des Nordmannslågen. Auf der Brücke über den Besso-Fluss sehen wir unten am Ufer die Besso Turisthytte und beschließen spontan, dort uns aufzuwärmen und einen Kaffee zu trinken. Die Hütte ist groß und gemütlich.

Nach der Pause geht es in den gebiergigen Teil der Hardangervidda: an vielen Seen vorbei, über Steinfelder, über Schneefelder steigt der nun schmale Pfad an. Der Wind nimmt zu, ab und zu regnet und hagelt es. Viele Möglichkeiten, hier irgendwo unser Zelt aufzustellen, gibt es in dieser Landschaft nicht. Erst am Engelstjørn finden wir einen geeigneten Platz. In der Nacht zerrt dann der Sturm und der Regen heftig am Zelt, unser Tunnelzelt steht aber stabil.

Etappe 7: Engelstjørn – Litlos

Tour-Datum 10. August 2014
Ausgangspunkt Zeltplatz am Engelstjørn
Endpunkt Litlos
Schwierigkeit mittelschwere Trekkingtour
Zeitbedarf 5 – 6 Stunden
Distanz 11 km
Aufstieg 155 m
Abstieg 290 m
Strecke Zeltplatz am Engelstjørn (1345 m) – Litlos (1180 m)
Proviantverkauf keiner
Bemerkungen Litlos ist eine bediente Hütte ohne Proviantverkauf
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Hardangervidda-Etappe07

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Die Nacht am Engelstjørn war laut: Wind und Regen zerrten heftig am Zelt. Am Morgen ist es dann wieder trocken, auch der Wind hat nachgelassen, aber es ist kalt.

Auch heute wandern wir im gebiergigen Teil mit Stein- und Schneefeldern und vorbei an vielen Seen, der Hårteigen ist immer mal wieder zu sehen und kommt langsam näher.

Früh am Nachmittag kommen wir bei Litlos an. Da es wieder regnet, beschließen wir, in der Hütte zu übernachten. Im gemütlichen Wohnraum genießen wir einen warmen Kaffee. Dann kommt wieder die Sonne und beschert und ein schönes Panorama mit der Hütte, dem Litlosvatnet und den umliegenden Bergen. Abends genehmigen wir uns ein norwegisches middag (Abendessen).

Etappe 8: Litlos – Torehytten

Tour-Datum 11. August 2014
Ausgangspunkt Litlos
Endpunkt Torehytten
Schwierigkeit mittelschwere Trekkingtour
Zeitbedarf 7 – 8 Stunden
Distanz 17 km
Aufstieg 490 m
Abstieg 360 m
Strecke Litlos (1180 m) – Torehytten (1330 m)
Proviantverkauf Torehytten
Bemerkungen Litlos ist eine bediente Hütte ohne Proviantverkauf
Torehytten ist eine Hütte mit Selbstbedienung
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Hardangervidda-Etappe08

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Den ganzen Morgen stürmt und regnet es heftig, wir bleiben deshalb in der Hütte und überlegen, ob wir nicht hier einen Ruhetag machen sollen. Dann klart es plötzlich auf, wir packen zusammen und machen uns auf den Weg: geplant haben wir, am Fuß des Hårteigen zu zelten und noch am gleichen Tag oder am nächsten Morgen auf den Berg zu steigen. Das nächste Ziel soll dann die Torehytten sein, wo wir einen Ruhetag einlegen wollen.

Der Weg zum Hårteigen führt uns erneut durch eine Stein- und Seenlandschaft. Selbst Mitte August liegt in dieser Gegend und Höhenlage (1300 m) noch ziemlich viel Schnee – bei manchen Passagen muss man ein wenig aufpassen. Nach etwa der halben Wanderstrecke passieren wir eine Watstelle – und leider beginnt es wieder heftig zu regnen. Kurz vor dem Sandvatnet (1360 m) verläuft der Weg über einen kleinen Pass (1400 m), so dass wir eigentlich einen herrlichen Blick auf den tiefer liegenden See und den Hårteigen (1690 m) haben könnten – sein Gipfelplateau ist von Wolken verhüllt. An ein Zelten am Sandvatnet ist heute nicht zu denken, alles ist nass, auch den Gipfel lassen wir sein, wir wollen so schnell wie möglich zur Torehytten.

Vom Hårteigen verlaüft der Weg abwärts über grüne feuchte Wiesen. Kurz vor der Torrehytten erwartet uns noch ein kleines Abenteuer: der Ausfluss des Solvatnet gräbt sich hier tief in eine enge Klamm ein. Auf einer abenteuerlichen Leiter- und Brückenkonstruktion muss dieses Hinderniss überwunden werden.

Die Torehytten sind gemütliche Selbstversorgerhütten. Ein DNT-Schlüssel ist empfehlenswert, nicht immer ist der Hüttenwart da, heute empfängt er uns freundlich in der warmen Hütte. Hier machen wir unseren ersten Ruhetag, denn auch am nächsten Tag regnet es heftig.

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Der Blick von der Hütte nach Süden wird beherrscht vom mächtigen Hårteigen und vom Øvsta Soltjørni.

Etappe 9: Torehytten – Hanastein

Tour-Datum 13. August 2014
Ausgangspunkt Torehytten
Endpunkt Zeltplatz am Hanasteinsvatnet
Schwierigkeit mittelschwere Trekkingtour
Zeitbedarf 5 – 6 Stunden
Distanz 11 km
Aufstieg 270 m
Abstieg 400 m
Strecke Torehytten (1330 m) – Hanastein (1220 m) – Zeltplatz am Hanasteinsvatnet (1200 m)
Proviantverkauf Torehytten
Bemerkungen Torehytten ist eine Hütte mit Selbstbedienung
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Hardangervidda-Etappe09

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Nach einem guten Ruhetag in der Torehytten machen wir uns auf den Weg zum Hanastein. Zunächst steigt der Weg auf ca. 700 Meter um 70 Höhenmeter an. Hier haben wir noch einmal einen schönen Blick auf die Hütte mit dem Hårteigen und dem Øvsta Soltjørni.

Weiter wandern wir Richtung Hanastein auf einem Höhenweg immer nach Norden mit prächtigen Ausblicken in das norwegische Gebirge. Die Nähe zum Hardangerfjord macht sich immer mehr bemerkbar: schroffe Felsen, viele Seen.

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Nach einer wirklich schönen Wanderung erreichen wir den Hanastein. Als markanter Wegweiser steht er an der Weggabel Torehytten – Stavali (nach Westen) bzw. Torehytten – Hadlaskar (nach Osten). Wir wenden uns heute abend Richtung Hadlaskar, um in der Nähe am Hansteinsvatnet einen Zeltplatz zu finden.

Etappe 10: Hanastein – Stavali

Tour-Datum 14. August 2014
Ausgangspunkt Zeltplatz am Hanasteinsvatnet
Endpunkt Stavali
Schwierigkeit mittelschwere Trekkingtour
Zeitbedarf 4 – 5 Stunden
Distanz 9 km
Aufstieg 180 m
Abstieg 360 m
Strecke Zeltplatz am Hanasteinsvatnet (1200 m) – Hanastein (1220 m) – Helnaberg (1190 m) – Lonene (1250 m) – Stavali (1024 m)
Proviantverkauf Stavali
Bemerkungen Stavali ist eine Hütte mit Selbstbedienung
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Hardangervidda-Etappe10

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Vom Hanasteinsvatnet wandern wir zurück zum Hanastein, leider regnet es wieder. Bis nach Heinaberg verläuft der Weg recht eben, vorbei an zwei großen Seen: Heimsta-Hanasteinsvatnet und Austmannavatnet. Bei Heinaberg machen wir bei einer kleinen verschlossenen Hütte eine längere Rast – und der Regen hört auf. Nach Westen haben wir eine schöne Sicht in das Rekadalen und den Langavatnet.

panorama_rekadalen1panorama_rekadalen2

Weiter geht die Wanderung: auf einem schmalen Weg queren wir den Hang, dann wenden wir uns nach Norden und steigen hoch zu einem schmalen Pass. Steil geht es danach abwärts zum Lonavatnet. Jetzt wendet sich der Weg wieder nach Westen und weiter geht es abwärts. Schon sehen wir die Hütte, doch noch müssen wir weiter abwärts und über zwei Brücken in das Tal.

Stavali ist eine gemütliche Hütte in einem schönen Tal. Bei jetzt herrlichem Wetter genießen wir hier einen ruhigen Nachmittag und Abend.

Etappe 11: Stavali – Vatnalivatnet

Tour-Datum 15. August 2014
Ausgangspunkt Stavali
Endpunkt Zeltplatz am Vatnalivatnet
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 4 – 5 Stunden
Distanz 12 km
Aufstieg 320 m
Abstieg 290 m
Strecke Stavali (1024 m) – Lonavatnet (1145 m) – Langavatnet (1220 m) – Finnabu (1140 m) – Zeltplatz am Vatnalivatnet (1050 m)
Proviantverkauf Stavali
Bemerkungen Stavali ist eine Hütte mit Selbstbedienung
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Hardangervidda-Etappe11

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Erneut erwartet uns ein schöner Tag. Zunächst müssen wir wieder hinauf zum Lonavatnet, da es am Morgen noch relativ kühl ist und der Weg viel im Schatten liegt, kommen wir gut voran. Auch nach dem Lonavatnet geht es noch ein Stück aufwärts, dann können wir relativ eben und bequem zum Langavatnet wandern. Dann erreichen wir Finnabu, hier stehen die typischen norwegischen Ferienhäuschen.

Nach Finnabu verlassen wir den Hauptweg, unser Ziel ist der Vatnalivatnet und für morgen Hadlaskard. Bis zum See ist der Weg wenig zu sehen, am See müssen wir noch den Seezufluss durchwaten. Direkt am See finden wir schließlich einen sehr schönen Platz für unser Zelt.

Etappe 12: Vatnalivatnet – Hadlaskard

Tour-Datum 16. August 2014
Ausgangspunkt Zeltplatz am Vatnalivatnet
Endpunkt Hadlaskard
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 3 – 4 Stunden
Distanz 8,5 km
Aufstieg 270 m
Abstieg 320 m
Strecke Zeltplatz am Vatnalivatnet (1050 m) – Fagerli (1060 m) – Skinfjellet (1225 m) – Hadlaskard (995 m)
Proviantverkauf Hadlaskard
Bemerkungen Hadlaskard ist eine Hütte mit Selbstbedienung
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Hardangervidda-Etappe12

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Der Weg vom Vatnalivatnet in Richtung Hadlaskar ist sehr wenig begangen: er ist mehr ein Pfad, es gibt kaum Wegmarkierungen und den ganzen Tag keine Menschen. Bis zur Ferienhaussiedlung Fagerli wandern wir, immer in der Nähe des See, bequem und ohne großen Höhenunterschiede. In der Nähe von Fagerli schweift unser Blick nach Süden: markant steht der Hårteigen inmitten der weiten Hardangervidda.

Kurz nach Fagerli müssen wir den breiten Fluß Olbogo auf einer typish norwegischen Brücke überqueren.

Dann geht es hoch auf das Skinfjellet, eine Hochfläche zwischen Fagerli und Hadlaskar. Von hier aus haben wir eine tolle Sicht nach allen Seiten. Am Ostrand fällt das Skinfjellet ca. 200 m steil ab zum Veig-Tal, in dem winzig klein und noch weit entfernt die Hadlaskar-Hütte liegt.

Unten im Tal müssen wir noch über den Fluß Veig, dann stehen wir vor Hadlaskard. Hadlaskar ist eine kleine gemütliche Hütte mit Selbstbedienung. Als wir ankommen, gibt es als Leckerbissen von der Hüttenwirtin frischgebackenes Brot.

Etappe 13: Hadlaskard – Hedlo – Fljotdal

Tour-Datum 17. August 2014
Ausgangspunkt Hadlaskard
Endpunkt Zeltplatz im Fljotdal
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 4 – 5 Stunden
Distanz 11 km
Aufstieg 250 m
Abstieg 300 m
Strecke Hadlaskard (995 m) – Hallaskarhalsen (1130 m) – Hedlo (945 m) – Zeltplatz im Fljotdal (960 m)
Proviantverkauf Hadlaskard
Bemerkungen Hadlaskard ist eine Hütte mit Selbstbedienung
Hedlo ist eine private bediente Hütte
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Hardangervidda-Etappe13

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Den Vormittag verbringen wir in der gemütlichen Hüttenstube, da es draussen heftig regnet. Da der Regen nicht aufhören will, überlegen wir, ob wir nicht hier einen Ruhetag machen sollen. Doch dann, plötzlich, hört der Regen auf und es wird schön. Schnell packen wir zusammen und machen uns auf den Weg nach Norden.

Zunächst wandern wir bequem neben dem Fluss. Nach gut einem Kilometer wendet sich der Fluss nach links und der Weg steigt nach recht steil an. Bald müssen wir hoch über dem Tal über die typischen Vidda-Felsplatten: glatter, griffiger, teilweise steiler Stein, der bei Regen unangenehm zu gehen ist, heute aber trocken ist. Dann geht es wieder hinab zur Brücke über den Rjoto. Hier machen wir eine leider nur kurze Rast, denn es beginnt wieder zu regnen. Bis Hedlo verläuft der Weg wieder breit neben dem Veig-Fluß. Ziemlich nass kommen wir bei der Hütte an, deshalb wärmen wir uns bei einem heißen Kaffee in der Hütte auf.

Da der Regen abnimmt, verlassen wir Hedlo und wandern weiter bis Fljotdal. Bei der Brücke, an der sich der Wanderweg verzweigt, finden wir einen guten Zeltplatz direkt neben dem Bach.

Die Nacht und auch der folgende Tag werden dann ziemlich nass, wir bleiben im Zelt und hoffen auf Wetterbesserung.

Etappe 14: Fljotdal – Liseth Garen

Tour-Datum 19. August 2014
Ausgangspunkt Zeltplatz im Fljotdal
Endpunkt Liseth Garen Camping
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 5 – 6 Stunden
Distanz 13,5 km
Aufstieg 580 m
Abstieg 790 m
Strecke Zeltplatz im Fljotdal (960 m) – Fljotdalsfjellet (1190 m) – Berastøl (910 m) – Fogerlia (1145 m) – Liseth Garen (745 m)
Proviantverkauf Supermarkt bei Liseth Garen
Bemerkungen Liseth Garen Camping ist ein großer Campingplatz mit Hüttenvermietung und Supermarkt
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Hardangervidda-Etappe14

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Obwohl es wieder leicht regnet, wollen wir weiter – ein langer Regentag im Zelt ist genug. Der Aufstieg zum Fljotdalsfjellet ist mühsam und nass, bald erreichen wir die tiefliegenden Wolken. Der Weg ist zwar einfach, aber Wind und Regen zerren an der Kondition. Auch der Weg hinab ins Berastøldalen ist anstrengend, erschöpft machen wir eine kurze Rast an einer der kleinen Hütten am Berastøl.

Wir machen nur kurz Rast, es ist einfach zu kalt und nass. Zunächst wandern wir entlang eben des Berastøl, dann müssen wir ein zweites Mal mühsam knapp 250 Höhenmeter den Hang hinauf Richtung Fogerlia. Das folgende Wegstück bis zur Brücke über den Bjoreio ist wenig schön: knapp 500 Höhenmeter abwärts, oft durch sumpfiges Gelände, vor der Brücke steil abwärts über glitschige Steinplatten und matschige Wege im Wald. Nach der Brücke müssen wir noch einige Meter aufsteigen und stehen auf der Rv7. Jetzt haben wir nur noch 2 km Asphalt vor uns bis Liseth Garen.

Eine Übernachtungsmöglichkeit in Liseth zu finden ist gar nicht so einfach. Zwar gibt es einige Hotels und Gasthäuser, aber diese sind nicht unbedingt auf Wanderer eingestellt. Da lohnen sich die knapp 2 km Umweg nach Liseth-Garen: man findet dort eine Anlage mit mehreren kleinen und mittleren Hütten und einem schön gelegenen Zeltplatz direkt am Bjoreio. Hier lässt es sich bequem ein oder zwei Tage ausruhen. Neben der Anlage liegt ein Supermarkt, so dass auch der Proviant ergänzt werden kann für die nächsten Etappen.

Tropfnass kommen wir am Zeltplatz an, mieten eine kleine Hütte, duschen, waschen, kaufen ein – draussen regnet es unablässig.

Eine Attraktion von Liseth ist sicherlich der Vøringsfossen am Ende des Måbødalen. Die Fallhöhe beträgt 183 m, die größte Freifallstrecke des Wassers 145 m. Er erhält seinen Zufluß aus der Hardangervidda, das Wasser wird jedoch oberhalb des Wasserfalls im Tal Sysendalen durch den Sysendamm (einen der größten Steindämme Norwegens direkt an der Reichsstraße 7) gestaut und für die Stromproduktion verwendet. Die Wassermenge ist daher eingeschränkt, aus touristischen Gründen wird sie in der Sommersaison auf zirka 12 Kubikmeter Wasser pro Sekunde erhöht, was etwa der natürlichen Durchflussmenge entspricht.

Wir nützen unseren Ruhetag, um den bequemen Spaziergang vom Campingplatz nach Fossli oberhalb des Wasserfalls zu unternehmen. Der Blick von Fossli (724 m) nach Westen hinaus zum Eidfjord (0 m) zeigt die gewaltigen Dimensionen des norwegischen Fjord-Gebirges.

Etappe 15: Dyranut – Kjeldebu – Dyranut

Tour-Datum 21. – 22. August 2014
Ausgangspunkt Dyranut
Endpunkt Kjeldebu
Schwierigkeit leichte Trekkingtour
Zeitbedarf 3 – 4 Stunden
Distanz 9 km
Aufstieg 120 m
Abstieg 300 m
Strecke Dyranut (1240 m) – Langatjølmdalen (1155 m) – Kjeldebu (1060 m)
Proviantverkauf Supermarkt bei Liseth Garen; Kjeldebu
Bemerkungen Dyranut ist eine bediente Hütte an der Strasse Rv7
Kjeldebu ist eine Hütte mit Selbstbedienung
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Hardangervidda-Etappe15

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Am Morgen fahren wir mit dem Bus von Liseth Garen zur Dyranut-Hütte, die direkt an der Strasse RV7 liegt. Dort trinken wir erst einmal einen Kaffee und deponieren ein Teil unseres Gepäcks.

Der erste Teil des breiten Weges führt bequem über die Hochebene. Dabei haben wir einen schönen Blick nach Süden auf die Weite der Hardangervidda und nach Norden zum Hardangejøkulen, der sich leider in den Wolken versteckt.

Dann geht es abwärts in das Langatjølmdalen zu einer leichten Watstelle. Danach müssen wir wieder aufwärts und treffen auf den Weg, der von Krossdalen zur Kjeldebu führt. Hier wenden wir uns nach Nord-Osten und erreichen nach kurzer Strecke die Hütte.

Nach einem ruhigen Hüttenabend wandern wir am nächsten Tag denselben Weg zurück. Kurz vor Dyranut überrascht uns ein Unwetter mit Hagel.

Etappe 16: Finsehytta – Klemsbu

Tour-Datum 24. August 2014
Ausgangspunkt Finsehytta
Endpunkt Klemsbu
Schwierigkeit leichte Wanderung
Zeitbedarf 4 – 5 Stunden (hin und zurück)
Distanz 6 km (einfacher Weg)
Aufstieg 375 m
Abstieg 0 m
Strecke Finsehytta (1223 m) – Klemsbu (1600 m)
Proviantverkauf in Finse 1222 gibt es einen kleinen Supermarkt
Bemerkungen Finsehytta ist eine große Hütte mit Bedienung
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Hardangervidda-Etappe16

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Mit dem Bus sind wir nach Eidfjord gefahren, haben dort auf einem Campingplatz direkt am Fjord übernachtet, sind dann weiter mit dem Bus nach Odda und mit dem Zug nach Finse. Von der großen Finsehytta aus wollen wir nun noch vier Tagestouren unternehmen.

Heute wandern wir norwärts nach Klemsbu. Klemsbu ist eine Nothütte in 1600 m Höhe auf dem langen Weg von Finse nach Geiterygghytta. Der Weg ist spärlich markiert, aber immer deutlich sichtbar.

Bei leichtem Nieselwetter wandern wir zunächst zum Bahnhof Finse. Dort müssen wir die Gleise überqueren und dann den Hang nach Norden hinaufsteigen. Dabei haben wir eine schöne Aussicht nach Süden zur Finsehytta mit dem Finsevatnet und dem Hardangerjøkulen.

Dann wird der Weg flacher, wir gelangen in ein steiniges Tal und müssen auf einer Brücke einen kleinen Bach überqueren. Weiter geht es aufwärts, die Landschaft wird immer karger, steiniger, vereinzelt liegen noch Schneefelder.

Schließlich erreichen wir Klemsbu, einsam steht sie in der kargen Landschaft umringt von Steinplatten und Schneefeldern. Die kleine Hütte ist für Notfälle offen, die Einrichtung ist sehr schlicht. Wir machen hier eine kurze Rast, für eine längere Pause ist es einfach zu kalt.

Nach der Pause wandern wir auf demselben Weg wieder abwärts. Kurz vor Finse werden wir wieder von einem Hagelsturm überrascht. Der Blick auf Finse und den Hardangerjøkulen hat da etwas gespenstisches.

Etappe 17: Rallarvegen – Finsehytta – Fagernut

Tour-Datum 25. August 2014
Ausgangspunkt Finsehytta
Endpunkt Fagernut
Schwierigkeit leichte Wanderung
Zeitbedarf 5 – 6 Stunden (hin und zurück)
Distanz 10 km (einfacher Weg)
Aufstieg 250 m
Abstieg 165 m
Strecke Finsehytta (1223 m) – Fagervatn (1343 m) – Fagernut (1342 m)
Proviantverkauf in Finse 1222 gibt es einen kleinen Supermarkt
Bemerkungen Finsehytta ist eine große Hütte mit Bedienung
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Hardangervidda-Etappe17

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Der Rallarvegen ist ein nicht asphaltierter Weg, der entlang der Bergensbane (Bahnverbindung von Oslo nach Bergen) über die Hardangervidda führt. Er führt über eine Entfernung von 86 Kilometern vom Bahnhof in Haugastøl über die Bahnhöfe Finse, Hallingskeid und Myrdal bis zum Ort Flåm am Aurlandsfjord. Der Weg diente ursprünglich dem Bau der Bahnstrecke über die Hardangervidda und wird heute als Rad- und Wanderweg genutzt. Entlang der Bahnstrecke stehen in regelmäßigen Abständen stattliche Holzhäuser. Sie dienten früher dem Streckenpersonal als Unterkunft. Heute sind die Häuser in Privatbesitz und werden überwiegend für den eigenen Bedarf genutzt, einige werden auch vermietet.

Heute wollen wir den Rallarwegen westwärts bis zu einem ehemaligen Bahnwärterhaus wandern, nach Fagernut. Unser Weg folgt zunächst in größerem Abstand der Uferlinie des Finsevatnet nach Westen. Die Bahnstrecke ist in diesem Abschnitt stillgelegt. Unmittelbar hinter Finse geht die neue Strecke durch den zehn Kilometer langen Finse-Tunnel und umgeht damit den schneereichen höchsten Punkt des ehemaligen Streckenverlaufs. Wir wandern entlang der alten Bahnlinie auf einem guten Schotterweg und passieren drei große Seen: Sandàvatnet, Ustekveikvatnet und zum Schluss Fagervatnet.

Beim dritten See, dem Fagervatnet, ist der Weg nun schmaler geworden, es gibt  hin und wieder steinige Passagen, die Berge rücken allmählich näher zusammen. Am höchsten Punkt (1343 m) des gesamten Rallarvegen, beim Fagernuten, liegen auf dem Weg sogar noch die Reste eines Schneefeldes. Dann erreichen wir Fagernut, das ehemalige Bahnwärterhaus. Heute dient das Haus in der Saison zur Einkehr für Radfahrer und Wanderer. Auch wir genießen in der warmen Sonne einen Kaffee.

Auf dem Rückweg erleben wir erneut die phantastische Landschaft in diesem bergigen Teil der Hardangervidda mit schönen Blicken auf den Hardangerjøkulen.

Der Abend bringt uns zum gelungenen Abschluss des Tages phantastische Farben mit einem wunderschönen Sonnenuntergang.

Abendstimmung am Finsevatnet

Abendstimmung am Finsevatnet

Abendstimmung am Finsevatnet

Abendstimmung am Finsevatnet

Etappe 18: Finsehytta – Blåisen

Tour-Datum 26. August 2014
Ausgangspunkt Finsehytta
Endpunkt Blåisen
Schwierigkeit leichte Wanderung
Zeitbedarf 4 – 5 Stunden (hin und zurück)
Distanz 5 km (einfacher Weg)
Aufstieg 350 m
Abstieg 80 m
Strecke Finsehytta (1223 m) – Blåisen (1400 m)
Proviantverkauf in Finse 1222 gibt es einen kleinen Supermarkt
Bemerkungen Finsehytta ist eine große Hütte mit Bedienung
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Hardangervidda-Etappe18

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Südlich von Finse liegt der Hardangerjøkulen. Seine Ausdehnung beträgt 73 qkm und seine höchste Erhebung liegt bei 1861 m. Er ist der sechstgrößte Gletscher in Norwegen. Der Gletscher entstand vor zirka 2000–3000 Jahren und ist damit kein Überbleibsel der Gletscher, die die Hardangervidda formten. Auf und um den Gletscher herrschen Bedingungen, welche vergleichbar mit denen in der Arktis und Antarktis sind. Aus diesem Grund haben Roald Amundsen und sein Rivale Robert Falcon Scott ihre Polarexpeditionen hier vorbereitet.

Ein von Finse aus gut erreichbarer Ausläufer des Hardangerjøkuls ist Blåisen. Leider hat sich die Gletscherzung wie bei nahezu allen norwegischen Gletschern seit 1939 stark zurückgezogen.

Von der Finsehytta geht es zunächst auf breitem Weg zur Staumauer des Finsevatnet. Nach der Mauer gabelt sich der Weg: nach links können die Hütten von Krækkja und Kjeldebu erreicht werden, wir wenden uns geradeaus auf den Gletscher zu. Das Terrain ist felsig, hier und da mit Gräsern und Moosen begrünt. Unser Blick erfreut sich voraus am Gletscher und zurück an Finse mit dem Finsevatnet. Sogar die Eisenbahnstrecke ist anhand der zahlreichen Schutztunnel auszumachen, die die exponierte Strecke vor Schneeverwehungen schützen sollen.

Deutlich erhebt sich eine steile Bergflanke aus den Gletschermassen: der Doppelgipfel nordre Kongsnuten. Umflossen wird die schroffe Kuppe von der Gletscherzunge Blåisen, die links steil und breit aufgefächert herabstürzt, und dem flacheren Middalen zur Rechten. Durch das leicht ansteigende, gewellte Gletschervorland wandern wir abwechseln ein paar Meter hinauf, dann wieder hinab. Steinmänner, die roten T-Markierungen und mehr oder weniger deutliche Fußspuren zeigen uns die Route. Nach 1 Stunde weist ein Schild  »Bru« nach links weg und zu einer Brücke, die den Gletscherfluss Styggelvane überspannt. Durch nun fast unbewachsenes, mit kleinen Seen gesprenkeltes Moränengelände, das den Gletscher ankündigt, erreichen wir eine letzte Anhöhe. Ein Steinmann markiert diese Stelle, von der wir eine herrliche Sicht auf die zerfurchte Eismasse haben. Jenseits eines flachen Bachlaufs erreichen wir den Fuß der Gletscherzunge.

Etappe 19: Rallarvegen – Finsehytta – Oksebotn

Tour-Datum 27. August 2014
Ausgangspunkt Finsehytta
Endpunkt Oksebotn
Schwierigkeit leichte Wanderung
Zeitbedarf 4 – 5 Stunden (hin und zurück)
Distanz 8 km (einfacher Weg)
Aufstieg 70 m
Abstieg 140 m
Strecke Finsehytta (1223 m) – Oksebotn (1150 m)
Proviantverkauf in Finse 1222 gibt es einen kleinen Supermarkt
Bemerkungen Finsehytta ist eine große Hütte mit Bedienung
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Hardangervidda-Etappe19

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Unser letzter Tag in der Hardangervidda zeigt sich noch einmal von seiner besten Seite. Von der Finsehytta aus sehen wir den Hardangerjøkulen in seiner ganzen Pracht.

Der Rallarvegen Richtung Osten nach Geilo ist breit und bequem und ohne großen Höhenveränderungen zu gehen. Er führt entlang der Bahnstrecke mit der Aussicht auf viele Seen. Nach ca. acht Kilometer gelangen wir zum ehemaligen Bahnwärterhaus Oksebotn. Das Haus hat zwei Wohnungen und wird vermietet, allerdings nicht an Tagesgäste. In der Saison gibt es hier auch Kaffee, aber heute ist es geschlossen.

Heimfahrt

Nach 24 Tagen in der Hardangervidda steht nun leider die Rückfahrt an. Noch einmal erleben wir am Vormittag die Schönheit der Vidda.

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Dann packen wir unsere Rucksäcke und gehen die kurze Strecke zum Bahnhof Finse.

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Pünktlich um 10:18 kommt der Zug aus Bergen. Er wird uns nach Oslo bringen.

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Von Oslo haben wir dann noch einen kurzen Flug und Zug nach Hause an den Bodensee.

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Good bye Vidda!

 

Dieter Moßbrucker
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Über Dieter Moßbrucker

Dieter ist Vater und Opa, Wanderer und Trekker, Computer- und WordPress-Fan – und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Seit vielen Jahren lieben wir das Wandern, Kanu- oder Fahrradfahren: am Bodensee, in Skandinavien, in den Alpen oder entlang verschiedener Flüsse. Seit Herbst 2015 gibt es diese Seite mit vielen neuen Berichten über Trekkingtouren und Wanderungen. Die früheren Berichte ab 1993 findet ihr auf der alten wildnis-wandern Seite.

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